Blut im Stuhl – was tun?

Minimalinvasiver Eingriff bei einem Patienten: Das Operationsteam um Prof. Dr. Claus Langer im Spezialoperationssaal. Foto: nh

In Deutschland sind die Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache bei Frauen und Männern. Von insgesamt zirka 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr entfallen etwa 60 Prozent auf den Enddarm.

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Betroffen sind vor allem Patienten, die älter als 50 Jahre sind. Allerdings sind zunehmend auch jüngere Menschen betroffen. „Wird der Enddarmkrebs rechtzeitig erkannt und korrekt behandelt, sind die Heilungschancen vergleichsweise sehr gut“, sagt Prof. Dr. Claus Langer, Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Minimalinvasive Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende.

Tumorstadium ist entscheidend

Der End- beziehungsweise Mastdarmkrebs betrifft die unteren 16 Zentimeter des Dickdarms, vom Rand der Analhaut gemessen. „Von größter Bedeutung ist die exakte Feststellung des jeweiligen Tumorstadiums, da die Therapiemöglichkeiten, die in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert worden sind, je nach Stadium unterschiedlich aussehen“, sagt Langer. Eine Enddarmspiegelung dient der genauen Festlegung der Lokalisation des Tumors und zur histologischen Sicherung durch Probenentnahmen. Die Ultraschalluntersuchung gibt Auskunft über die Eindringtiefe des Tumors in die Darmwand und klärt die Frage, ob bereits Lymphknoten in der Umgebung befallen sind.

Interdisziplinäre Kooperation

Mit diesen Informationen muss dann jeder einzelne Patient in einer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt werden, in der folgende Fachärzte vertreten sind: Gastroenterologen, Pathologen, Radiologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und natürlich Viszeralchirurgen. „Nur durch diese interdisziplinäre Kooperation kann unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Leitlinien zur Behandlung des Enddarmkrebses für jeden einzelnen Patienten individuell das für ihn optimale Behandlungskonzept festgelegt werden“, erläutert Langer.

Bei lokal bereits fortgeschrittenen Tumoren erfolgt heutzutage in der Regel zunächst eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie, gefolgt von einer radikalen operativen Entfernung des Tumors mitsamt den umgebenden Lymphknoten. Diese Operation kann heute in bis zu 90 Prozent der Fälle unter Erhalt des Schließmuskels erfolgen. Besonders schonend für den Patienten ist dabei die laparoskopisch minimalinvasive Operationstechnik (MIC), auch Schlüssellochtechnik genannt. „Im Vergleich zum herkömmlichen Vorgehen mit einem großen Bauchschnitt erholen sich die Patienten nach einer solchen Operation rascher, können schneller das Krankenhaus verlassen, und die Gefahr von Komplikationen ist verringert“, sagt Langer.

Bei sehr frühen Tumorstadien können Enddarmtumore mit der Technik der transanalen, endoskopischen Operation (TEO) sogar vollständig direkt durch den Anus herausoperiert werden. (nh)

Quelle: HNA

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