Pflegebedürftig - was tun?

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Expertenrat: Die Awo-Pflegeberatung unterstützt Ratsuchende telefonisch und kostenlos.

Ein Sturz, und der Oberschenkelhals ist gebrochen. Ein Schlaganfall, und eine Körperhälfte ist gelähmt. Es gibt viele Gründe, warum ältere Menschen akut ins Krankenhaus müssen. Wenn sie sich vorher selbst versorgt haben, hoffen sie darauf, dass diese Situation irgendwann wiederhergestellt ist.

Die Verweildauer in den Krankenhäusern ist kurz. Und eine Rehamaßnahme direkt im Anschluss bringt nicht immer den gewünschten Erfolg. Wenn die Entlassung ansteht, sind die Betroffenen oft noch auf Hilfe im Alltag angewiesen. „Viele Menschen sind komplett überfordert, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig entlassen werden soll“, sagt Elke Dippel - Wickert, Einrichtungsleiterin des Awo-Altenzentrums Sängelsrain in Kassel. Denn sie müssen sich mit Fragen auseinandersetzen, mit denen sich die meisten noch nie beschäftigt haben. Was ist zu tun, wenn der Angehörige nach Hause kommt? Wer finanziert die Pflege? Wo bekommt man ein Pflegebett her? Die Pflegeberater der Awo Nordhessen hören solche Fragen immer wieder.

Für viele Ratsuchende zum Thema Pflege ist das Beratungstelefon der Awo so etwas wie ein Rettungsanker in der Not. Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 607 01 10 können sie einem Servicemitarbeiter ihr Anliegen vortragen. Sie erhalten den Rückruf eines Experten aus ihrer Region, der alle Fragen in Ruhe und verständlich beantwortet. Wer die Entlassung eines pflegebedürftigen Angehörigen vorbereiten muss, bekommt ganz praktische Tipps. „Oft weisen wir auf die Möglichkeit hin, einen Platz in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung als Puffer zu nutzen“, sagt Elke Dippel-Wickert. Der Pflegebedürftige kann bis zu 28 Tagen pro Jahr eine Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen, auch in Etappen.

Kostenlose Beratung

 „In dieser Zeit kann man einiges organisieren“, sagt die Pflegeberaterin. Manchmal haben die Hilfesuchenden schon im Krankenhaus oder in der Reha-Einrichtung Unterstützung durch den Sozialdienst erfahren. Viele Fragen kommen jedoch erst in der konkreten Situation auf. Die Angehörigen werden bei der Awo-Pflegeberatung unabhängig und kostenlos beraten. Sie müssen keine Entscheidung treffen, sondern können die Möglichkeiten in Ruhe abwägen. Bei Bedarf können sie mehrmals anrufen, der Ansprechpartner bleibt derselbe, falls dies so vereinbart wurde. Fragensteller zu sozialen Hilfen verweisen die Pflegeberater gegebenenfalls an das Sozialamt. Wer sich auf den Ernstfall vorbereiten will, kann ebenfalls die Pflegeberatung in Anspruch nehmen. (zip)

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Quelle: HNA

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