Augen lasern – scharf sehen ohne Brille und Kontaktlinsen

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Augen lasern – Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Etwa die Hälfte der Deutschen braucht eine Brille oder Kontaktlinsen, um richtig sehen zu können. Doch Sehhilfen sind unpraktisch und können stören. Immer mehr Menschen lassen sich deshalb die Augen lasern. Was Sie vor einem Eingriff beachten müssen, erfahren Sie hier.

Anwendung der Laser-Technik bei Fehlsichtigkeit

Sie sehen schlecht, die Brille verrutscht beim Sport und Sie vertragen keine Kontaktlinsen? Eine Laser-Behandlung Ihrer Augen könnte Abhilfe schaffen: Gebündeltes Kaltlicht trifft computergesteuert auf die Hornhaut des Auges und verändert die Brechkraft der Linse: Das Auge kann wieder scharf sehen. Die präzise Lasertechnik hat bereits in den 70er Jahren Einzug in die Augenmedizin gehalten. Seit der Einführung der LASIK-Methode 1989 lassen sich pro Jahr etwa 100.000 Deutsche die Augen lasern. Augenspezialisten wenden diese Technik am häufigsten an, wenn es um dieKorrektur von Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit geht.

Die Chancen, eine Fehlsichtigkeit nachhaltig zu korrigieren, stehen am besten bei einer Kurzsichtigkeit bis etwa minus 10 Dioptrien und einer Weitsichtigkeit bis zu plus 4 Dioptrien. Die Hornhautdicke, die Hornhautverkrümmung und die Pupillengröße müssen mitberücksichtigt werden. Ziel der Laserbehandlung ist, dass Sie nach dem Eingriff so gut sehen können wie mit einer guten Brille oder Kontaktlinsen. Das Sehvermögen an sich wird laut Experten nicht verbessert.

Für wen eignet sich die Laser-Behandlung am Auge?

Wenn Sie über einen Laser-Eingriff nachdenken, müssen Ihre Augen ausgewachsen sein: Das vorgeschriebene Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Ihre Fehlsichtigkeit darf sich seit einem Jahr nicht mehr verändert haben. Leiden Sie am Grauen oder Grünen Star oder an bestimmten Hornhauterkrankungen, kommt eine Laserbehandlung für Sie nicht infrage.

Erkundigen Sie sich genau über die Klinik, in der Sie die Operation vornehmen lassen wollen. Bei einem ausführlichen Beratungsgespräch – am besten in einem zertifizierten Augenlaserzentrum – gewinnen Sie einen ersten Eindruck über die Behandlungsmethoden und eventuelle Risiken.

Suchen Sie sich einen erfahrenen Augenarzt auf dem Gebiet der Laserchirurgie. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über weitere Erkrankungen und nennen Sie ihm alle Medikamente, die Sie einnehmen. Er wird Ihnen genau erklären, ob Sie für den Eingriff geeignet sind und ob der Heilungsprozess nach der Operation eventuell gefährdet ist. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands informiert im Internet über Operationen zur Beseitigung von Fehlsichtigkeiten.

Was geschieht bei der Augenlaser-Operation?

Der Lasereingriff dauert nur wenige Minuten und wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Sie können in der Regel zwei Tage nach dem Lasern wieder Ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.

Beim LASIK-Verfahren (Laser in situ Keratomileusis) hebt der Chirurg mit einem winzigen Skalpell eine dünne Scheibe der obersten Hornhautschicht an und klappt es zur Seite. Anschließend korrigiert er mit einem Kaltlicht-Laser die darunter liegende Hornhaut und klappt das Hornhautscheibchen wieder zurück. Dieses wächst nach wenigen Tagen von selbst wieder an.

Die neueste Technik ist Femto-LASIK. Der Arzt bereitet die Hornhaut nicht mit dem Skalpell vor, sondern mit einem Laser. Diese Methode gilt als noch präziser und sicherer als das ursprüngliche LASIK-Verfahren.

Risiken und Kosten

Bei der LASIK-Methode kommt es in etwa zwei Prozent der Fälle zu Komplikationen. Die Augen können über- oder unterkorrigiert werden, sich entzünden und brennen. Etwa 15 bis 20 Prozent der Behandelten klagen – meist vorübergehend – über trockene Augen und fühlen sich leicht geblendet. Fünf bis zehn Prozent der Patienten haben auch nach der Operation eine Rest-Fehlsichtigkeit.

Viele Menschen haben mehr Angst vor den Kosten, die auf sie zukommen, als vor dem medizinischen Eingriff. Wenn Sie sich die Augen lasern lassen, müssen Sie je nach Methode mit 800 bis 5.000 Euro pro Auge rechnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Eingriff nicht, die privaten Kassen entscheiden im Einzelfall.

Immer mehr Menschen in Deutschland lassen sich lieber im Ausland behandeln, um Kosten zu sparen. Bei der Auswahl einer ausländischen Klinik sollten Sie besonders vorsichtig sein. Die Standards der angewandten Methoden und der nötigen Sorgfalt unterscheiden sich oft stark von den deutschen. Außerdem sind Sie im Ausland nicht ausreichend abgesichert, wenn Nachbesserungen nötig sind oder Komplikationen auftreten.

Quelle: HNA

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