Atmungstherapeutin unterstützt Lungenpatienten

Als erste Klinik in Kassel verfügt das Marienkrankenhaus in seiner Abteilung für Beatmungsmedizin seit Kurzem über zwei speziell ausgebildete Atmungstherapeutinnen. Dadurch werden die pflegerische Betreuung von Lungenpatienten in der Abteilung und dem angeschlossenen Weaningzentrum optimiert und Fachärzte entlastet.

„Mit der Atmungstherapie können wir die pflegerische Betreuung von Lungenpatienten in unserer Abteilung für Beatmungsmedizin und dem angeschlossenen Weaningzentrum nach modernsten Standards weiter ausbauen und optimieren“, kommentiert der Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dr. Andreas Bastian, anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der Weiterbildung der Pflegefachkräfte Susanne Wädow  und Anke Koslowski  zur Atmungstherapeutinnen. Über zwei Jahre hatten sie an der neuen berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahme der Gesellschaft für Pneumologie und Respirationsentwöhnung e.V. teilgenommen.

Ärztlicher Dienst wird entlastet, Pflegequalität steigt

Die beiden Atmungstherapeutinnen werden künftig den ärztlichen Dienst beispielsweise durch Überprüfung der Lungenfunktionen, Blutgasmessungen, Atemwegs- und Sekretmanagement, Aerosolanwendungen und Sauerstofftherapie sowie die invasive und nicht-invasive Beatmung unterstützen. Ebenso werden sie Patienten des Weaningzentrums bei der Beatmungsentwöhnung und der pneumologische Rehabilitation nach den neuesten Vorgaben der Fachgesellschaften betreuen. Neben der klinischen Pneumologie können sie Patienten künftig auch in der Schlaf- und Intensivmedizin sowie der Physiotherapie atemtherapeutisch begleiten. Chefarzt Dr. Bastian erläutert dazu: „Die atmungstherapeutische Begleitung von der Aufnahme bis zur Entlassung hat für die Beatmungspatienten klare Vorteile, denn Studien belegen, dass diese Patienten schneller wieder zu einer eigenen stabilen Atmung kommen und früher wieder hergestellt sind.“ Der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Michael Schmidt, ergänzt dazu: „Das Konzept der Pflegekraft mit hochspezialisierten Zusatzausbildungen wird der Patientenversorgung zunehmend wichtiger. Entscheidend ist dabei der Faktor der optimalen Arbeitsteilung zwischen ärztlichem und pflegerischem Dienst, denn durch die Übernahme ausgewählter medizinischer Tätigkeiten durch entsprechend qualifizierte Krankenschwestern und –pfleger, die direkt mit dem Patienten arbeiten, werden ärztliche Kapazitäten frei, die der Qualität der medizinischen Betreuung der Patienten zugutekommen.“

Bessere Arbeitsteilung wird auch von Fachgesellschaften gefordert

Dieses Konzept der Delegation bestimmter ärztlicher Tätigkeiten zählt seit längerem auch zu den zentralen Forderungen der Pflegefachgesellschaften. Die Pflegedirektorin des Marienkrankenhauses, Antje Blettermann, führt dazu aus: „Der Ausbildungsstand und die Erfahrung der klinischen Pflegekräfte in Deutschland rechtfertigt es heute, Konzepte zur Neuverteilung bestimmter Aufgaben in Krankenhäusern umzusetzen.“ Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege belegten internationale Studien gar, dass unter entsprechenden Rahmenbedingungen Pflegefachkräfte mit weiterführenden Qualifikationen einen identischen oder sogar höheren Versorgungsstandard erreichen können, als Ärzte. Entscheidend sei jedoch vor allem, die Schnittstelle zwischen ärztlichem und pflegerischem Dienst zu verbessern, um die Versorgung der Patienten optimal zu gestalten, wie Blettermann abschließend deutlich macht: „Patientenversorgung umfasst immer Beides: Medizin und Pflege. Das haben wir im Marienkrankenhaus in moderne Konzepte zur optimalen Zusammenarbeit beider Berufsgruppen umgesetzt. Die Ergänzung unserer Leistungen um die Atemtherapie ist ein Beispiel dafür.“ (nh)

Quelle: HNA

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