Atemstillstand mitten in der Nacht

Gesunder Schlaf: Protrusionsschienen verhindern, dass sich der Rachenraum verengt und verschließt. So können Schlafapnoe-Patienten endlich wieder gut durchschlafen. Foto: nh

Schnarchen stört einen Menschen nicht nur selbst. Auch der Partner und die Familie, der Beruf und die Leistungsfähigkeit leiden. Wenn das Schnarchen so laut ist, dass es den Schlaf des Bettpartners stört, kann eine ernsthafte Erkrankung vorliegen, die obstruktive Schlafapnoe (OSA).

Dabei erschlaffen Zunge und Rachenmuskulatur im Schlaf und blockieren den Atemweg. Wiederholte Atemstillstände, bis 600 mal pro Nacht, sind die Folge. Um nicht zu ersticken, reagiert das Gehirn mit Alarmweckreaktionen, die der Schlafende selbst nicht bemerkt. Diese ständigen Weckreaktionen führen zu einem unerholsamen, krankmachenden Schlaf. Die Folge: Morgens wachen die Betroffenen kaputt und zerschlagen auf, leiden unter Tagesmüdigkeit und Konzentrationsmangel, was zu dem gefürchteten Sekundenschlaf am Steuer führen kann. Eine unbehandelte Schlafapnoe begünstigt auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes.

Zwei-Schienen-System erleichtert das Atmen

Mithilfe einer Schlafapnoe-Schiene, der sogenannten Protrusionsschiene, kann Betroffenen geholfen werden. Die Protrusionsschiene besteht aus je einer Kunststoffschiene im Ober- und Unterkiefer, die mit einem Gelenk verbunden sein können oder auch ohne Gelenk auskommen (siehe Foto)„ „Der Unterkiefer wird von der Schiene während des Schlafes in einer individuell einstellbaren Lage gehalten und so die Einengung oder der Verschluss des Rachenraumes verhindert“, erklärt Dr. Ulfert Schlotthauer. Der Zahnmediziner aus Fritzlar hat sich auf die Behandlung von Schlafapnoe-Patienten spezialisiert. „Insbesondere das Zwei-Schienen-System ohne Gelenk ist für die Träger sehr komfortabel. Während des Tragens kann gesprochen und getrunken werden.“

Auch für Patienten, die eine Krone, Brücke oder Teilprothese haben, können diese Schienen angepasst werden, sodass diese nicht beschädigt werden.

Zu Beginn der Behandlung ist eine Diagnose durch ein Screening notwendig, zum Beispiel beim Pneumologen oder HNO-Arzt. „Dabei wird geklärt, um welches Schnarchen es sich handelt, habituelles Schnarchen oder eine Schnarchapnoe“, sagt Dr. Schlotthauer. Insbesondere leichte bis mittelschwere Schlafapnoe kann gut mit den Schienen behandelt werden. Ihre positive Wirkung ist seit Jahren erprobt und getestet. Wissenschaftliche Studien betätigen die Sicherheit und Effizienz.

Von Helga Kristina Kothe

Quelle: HNA

Kommentare