Akupunktur kann bei Rückenschmerzen helfen

+
Den richtigen Punkt treffen: Kristin Wurm setzt eine Akupunkturnadel, damit das Qi, im westlichen Sprachgebrauch oft mit Lebensatem übersetzt, wieder frei fließen kann.

Bei der Behandlung von Rückenschmerzen kann die Akupunktur eine Ergänzung oder Alternative sein. Ziel dieser Therapie ist es, Blockaden im Energiefluss des Körpers zu lösen.

Zum besseren Verständnis der Wirkungsweise sei dazu zunächst der chinesische Ausdruck Qi, sprich tchi, erläutert: Die Chinesen betrachten das Qi als eine lebendige, dynamische Kraft, die durch den gesamten Kosmos strömt, so auch durch unseren menschlichen Körper. Danach ist das Qi für alle unsere lebenswichtigen Funktionen verantwortlich, es ist Lebenskraft und zum Beispiel verantwortlich für die Beweglichkeit der Muskulatur, die Temperatursteuerung und auch die Reaktionsfreudigkeit des Immunsystems.

Sind wir gesund, dann fließt nach Anschauung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) das Qi völlig frei und belebt den gesamten Organismus. Wenn dieser Fluss jedoch durch irgendetwas behindert wird, könnten Beschwerden oder Krankheiten auftreten. Nach dieser Vorstellung sind die zwölf Leitbahnen die Energiebahnen, auf denen das Qi durch den Körper fließt. Auf ihnen liegen die 361 Akupunkturpunkte. Durch Reizung dieser Punkte mit einer Nadel oder durch Erwärmung (Moxibustion) werde der Qi-Fluss positiv beeinflusst, erläutert Kristin Wurm, Fachärztin für Orthopädie und Ärztin für Akupunktur.

Auch Rückenschmerzen kämen unter anderem durch ein gestörtes Qi zustande. Um es wieder in Fluss zu bringen, sei die Akupunktur ein gutes Mittel, sagt die Ärztin, deren Behandlungsschwerpunkt die Traditionelle Chinesische Medizin ist. Je nach Beschwerdebild empfiehlt sie mindestens drei bis fünf Sitzungen zur Behandlung akuter Rückenschmerzen.

Eine Sitzung dauert 20 bis 30 Minuten und werde von den meisten Patienten als sehr angenehm empfunden. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Akupunktur jedoch nur unter eingeschränkten Bedingungen.

Die Behandlung mittels Akupunktur ist für Kristin Wurm nur ein Aspekt. Entscheidend sei die ganzheitliche Betrachtung des Patien

ten mit einer ausführlichen Befragung, einer Betrachtung der Zunge und einer genauen Untersuchung der Pulse, also die qualitative Betrachtung der je drei Pulsstellen an jedem Handgelenk, sowie das Erstellen einer individuellen chinesischen Diagnose. Damit könne man den Schmerzursachen auf die Spur kommen, sagt Wurm. Bei länger bestehenden Beschwerden sei eine begleitende chinesische Kräutertherapie zu empfehlen.

Bewegung und Entspannung

„Wenn die akuten Beschwerden behoben sind, sollte an die Vorbeugung gedacht werden“, sagt die Fachärztin für Orthopädie. „Gesunde Ernährung, gezielte Entspannung und ausreichende Bewegung wie zum Beispiel auch durch Qi Gong können die Entstehung von Rückenschmerzen verhindern“, empfiehlt sie. Und das Qi im Fluss halten.

Quelle: HNA

Kommentare