Abendvorlesung für Jedermann im Klinikum Werra-Meißner

„Wie hoch darf der Blutdruck sein – Aktuelles zur arteriellen Hypertonie-“ ist das Thema der Abendvorlesung, über das der Chefarzt der Geriatrie, Herr Dr. med. Carl-Friedrich Körner des Klinikums Werra-Meissner am Mittwoch, 30. November, ab 19 Uhr in der Cafeteria des Klinikums Werra-Meißner in Witzenhausen referiert.

Bluthochdruck ist ein Thema, das uns alle angeht. Er macht keine Schmerzen und bleibt daher oft jahrelang unbemerkt. Nahezu jeder Zweite in Deutschland weist einen erhöhten Blutdruck auf. Eine frühzeitige Diagnosestellung und entsprechende zuverlässige Therapie kann dazu beitragen, Folgeschäden zu vermeiden. Meist wird jedoch der Bluthochdruck erst dann erkannt, wenn Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen diagnostiziert werden und als Übeltäter unter anderem der Bluthochdruck herausgefunden wird. Der Vortrag zeigt die Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnosestellung auf.

Es genügt nicht, ab und zu einmal den Blutdruck zu messen, sondern es sind klare Konzepte im ärztlichen Bereich festgelegt. Insgesamt mehr als 30 Prozent der unter Bluthochdruck Leidenden wissen nichts von ihrer Erkrankung. Von den diagnostizierten Bluthochdruckpatienten sind jedoch mehr als die Hälfte unzureichend, oder nicht therapiert. Von großer Bedeutung ist neben der Diagnosesicherung die Aufstellung eines Therapiekonzeptes, das nebenwirkungsarm ist und die Bereitschaft zur regelmäßigen Tabletteneinnahme unterstützt.

In der An-fangsbehandlung kann zum Teil auf eine medikamentöse Therapie verzichtet werden. Voraussetzung ist ein entsprechendes Krankheitsbewusstsein, das zur Lebensstiländerung führen sollte. Nämlich körperliche Bewegung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, eine gesunde Ernährung, eine Kochsalzreduktion und eine Abnahme des Alkoholkonsums können schon den systolischen Blutdruck um bis zu 10 mm Hg senken. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, ist die konsequente medikamentöse Therapie unter entsprechender Kontrolle unvermeidbar. Die Erfassung von zusätzlichen Gefäßrisikofaktoren, wie eine Blutzuckererkrankung oder eine Fettstoffwechselstörung sind ebenfalls von Bedeutung, um einen sogenannten Endorganschaden wei-testgehend zu vermeiden. Der arterielle Hypertonus wird als Hauptrisikofaktor für den Schlaganfall angesehen. Auch diskutiert man, dass im höheren Alter die Demenzentwicklung durch den Bluthochdruck begünstigt wird. Eine Bluthochdrucktherapie ist immer eine Dauertherapie. Nur weil der Blutdruck in den Selbstmessungen im Verlauf der Zeit wieder normale Werte angenommen hat, soll es keinen dazu verleiten, die Medikamente abzusetzen. Der gemessene Therapieerfolg ist größtenteils der konsequenten, vom Hausarzt zusammengestellten Tabletteneinnahme zuzuschreiben. Sicher wird die Frage nach der Höhe eines normalen Blutdruckwertes ein Kernthema darstellen. Die Blutdruckempfehlungen, die sich am Alter des Betroffenen orientieren, gehören endlich der Geschichte an.

Die allmonatlich vom Klinikum Werra-Meißner veranstaltete Abendvorlesung wird sicher auch hier in Witzenhausen auf großes Inte-resse stoßen. Bereits am Mittwoch, dem 09. November wurde von Herrn Chefarzt Dr. med. M. Müller im Rahmen der Herzwochen 2011 zu dem Thema „Herz unter Druck“ die Bluthochdruckerkrankung unter kardiologischer Sicht vorgestellt, so dass die an-gekündigte Abendvorlesung für Jedermann wesentlich zur Vertiefung dieses Themas beitragen wird. (nh)

Quelle: HNA

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