108-Jährige nach OP in Kassel wohl auf

Die hüftgelenknahen Frakturen sind im Alter das häufigste Risiko für Immobilität. Sich daraus entwickelnde Komplikationen können lebensbedrohlich sein. Am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel operierte das Team von Prof. Dr. med. Werner Konermann jetzt eine 108-jährige Patientin mit einer Oberschenkelfraktur. Mittlerweile ist die Patientin wieder mobil und wohlauf.

„Katharina Mette aus Gudensberg ist mit ihren 108 Jahren unsere bislang älteste Patientin“, berichtet Prof. Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH. Eingeliefert wurde sie mit einem Bruch des Oberschenkelknochens nahe des Hüftgelenks. „Diese Brüche treten meist im hohen Alter auf. Vor allem Frauen sind betroffen“, sagt der Experte. Etwa ein Drittel der Personen über 65 Jahren stürzt mindestens einmal pro Jahr. Das könne zum Beispiel an Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen oder einer zunehmen Muskelschwäche in den Beinen liegen. „Bei ungefähr zehn Prozent der Stürze treten Knochenbrüche auf. Der hüftgelenknahe Oberschenkelknochen ist dann häufig betroffen, da die stürzenden Personen oft auf die Seite fallen“, sagt Konermann. Der Oberschenkelknochen müsse dann die gesamte Wucht des Aufpralls tragen. Hat die Knochendichte im Alter, zum Beispiel durch Osteoporose, bereits abgenommen, breche der Knochen leicht. „Früher war eine Schenkelhalsfraktur oft der Anfang vom Ende“, sagt der Mediziner. Die Patienten mussten lange liegen, bis die Verletzung nach der Operation geheilt war. Durch die Inaktivität bildete sich die Muskulatur schnell zurück und an Aufstehen war irgendwann gar nicht mehr zu denken, schildert Prof. Konermann.

Auch die Narkose sei noch vor zehn Jahren bei sehr alten Patienten mit einem sehr hohen Risiko verbunden. Insbesondere wenn, wie im Falle von Katharina Mette, eine Teilbetäubung (Spinalanästhesie) nicht möglich ist, ergänzt PD Dr. Ulrich Fauth. Heute gebe es sehr schonende Narkosetechniken: Die Patienten erholen sich so schnell, dass auch sehr alte Patienten bereits am Tag nach der OP das Bett verlassen können. „Unsere hauseigenen Physiotherapeuten trainieren täglich intensiv mit unseren Patienten“, berichtet Prof´. Konermann. Katharina Mette habe sich nach Operation und Narkose hervorragend erholt, die Verletzung sei schon gut verheilt. Die Patientin konnte das RKH bereits zehn Tage nach der Operation verlassen.

Damit Stürze ganz vermieden werden können, planen die Physiotherapeuten des RKH, bald eine „Sturzprophylaxe“ anzubieten. Durch ein spezielles Training sollen Beweglichkeit, Kraft, Standfestigkeit und Reaktionsfähigkeit gefördert werden. (abe)

Quelle: HNA

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