Die Motoren müssen laufen

Frank Braun hat eine Schwäche für Zündapp-Fabrikate aller Art

Egal ob Nähmaschine, Bootsmotor, Rasenmäher oder Motorrad - solange das Zündapp-Zeichen drauf ist, findet sich ein Plätzchen dafür in Frank Brauns Garage. „Was Zündapp hergestellt hat, hat Hand und Fuß“, begründet der Sammler seine Leidenschaft für das deutsche Fabrikat.

Von Carmen Knoth

Seit Frank Braun bei seinem Großvater 1976 ein Zündapp-Motorrad gesehen hat, wünschte er sich ebenfalls eins. Mit 36 Jahren kaufte Braun sich dann endlich das Motorrad, das er sich mit 16 nicht leisten konnte. „Der alte Mann, von dem ich es in Bad gekauft habe, wunderte sich, was ich mit der alten, ziemlich ramponierten Maschine anfangen wollte. Als ich sie ihm nach der Generalüberholung wieder vorgeführt habe, hat er sie zuerst gar nicht wiedererkannt“, berichtet er stolz.

Langsam geht’s vorwärts

Das Restaurieren der Maschinen liegt dem Sammler am Herzen. Fast jeden Abend nach der Arbeit widmet er seinen Zweirädern ein wenig Zeit. Alle Arbeiten, die er als Hobbymechaniker leisten kann, erledigt er selbst. Mit Freunden und Mechanikern zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen macht ihm großen Spaß. Obwohl Zündapp bereits 1984 in Konkurs gegangen ist, herrscht immer noch eine sehr gute Ersatzteilversorgung. Und die erfolgreiche Reparatur ist für Braun eine Grundvoraussetzung: „Die Mopeds und Motorräder sind nicht zum Anschauen da, alle müssen auch fahrtüchtig sein“, erklärt er seine strengen Regeln.

Regelmäßig ausfahren

Alle motorisierten Zweiräder anzumelden, wäre natürlich zu teuer. Aber nach einem Turnusverfahren sind immer mehrere Maschinen registriert. „Jedes Gerät wird mindestens alle drei Jahre gefahren, damit keine Schäden durch die lange Standzeit entstehen“, erklärt Braun.

Dass es mit der Zeit immer einfacher geworden ist, seine geliebten Maschinen zu finden, begrüßt der Sammler. „Früher musste man die Motorräder hauptsächlich über Anzeigen in Oldtimer-Magazinen suchen“. Dazu gab es meisstens nicht mal ein Foto und bei diesen „Blindkäufen“ hat man oft Reinfälle erlebt. „Bei Onlineauktionen mit teilweise mehreren Fotos ist das heute wesentlich angenehmer“, freut er sich.

Vergrößern will Frank Braun seine Sammlung allerdings nicht mehr, höchstens noch einzelne Objekte austauschen. „Schließlich soll der Spaß überwiegen und nicht die Arbeit“, stellt er klar.

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