Erfolgreicher Dartmoor-Züchter

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Züchterstolz: Auf den Weiden nahe der Heringer Ortslage fühlen sich Stefan Katzmanns Dartmoors sichtlich wohl. Aus den vier Ponys zu Beginn ist eine Herde von elf Tieren geworden

Für gewöhnlich verbindet man mit dem Namen „Dartmoor“ zumeist Krimigruselgeschichten aus der Feder englischer Autoren. Stefan Katzmann aus Heringen jedoch denkt dabei eher an seine kleine Pferdeherde, die ganz offiziell die Bezeichnung Dartmoor-Ponys tragen.

Aus jener Landschaft im Südwestzipfel der Briteninsel stammt auch die Urrasse, die als eine der ältesten gilt. Sie ist zwar selten, aber auch außerhalb von England bekannt. Weltweit wird der Bestand auf etwa 3000 Tiere geschätzt.

Der jetzt 20-jährige Stefan Katzmann hatte bereits in früher Jugend Kontakt zu Pferden. Denn seine ältere Schwester Tanja war damals als Mitglied des örtlichen Reit- und Fahrvereins aktive Dressur- sowie Springreiterin und beteiligte sich auch erfolgreich an Wettbewerben. Durch den beruflichen Wegzug der Schwester – ihre Pferde nahm sie dabei größtenteils mit – fehlte nun der Umgang mit den Tieren. Lediglich zwei Welsh-Ponys verblieben in Heringen, die Stefan aber zu zahm erschienen. Zu jener Zeit entdeckte er auch sein Interesse am Züchten von Pferden. Die Eltern unterstützten die Liebhaberei ihres Sohnes und besuchten mit ihm mehre Ponyschauen. Dabei stellten die Katzmanns fest, das Hessen als „Pony-Land“ bezeichnet wird. Keine andere Region in Deutschland hat eine größere Dichte dieser Pferderassen vorzuweisen.

Bei einer dieser Ausstellungen fielen nun Dartmoor-Ponys besonders ins Auge. Nach ersten Vorinformationen wurden dann 2007 vier Tiere gekauft. Die Rasse wird allgemein als gutmütig bezeichnet und eignet sich deshalb besonders für Kinder als Anfängerpony zum reiten. Obendrein sind Dartmoors robust sowie genügsam im Futteranspruch und auch als Gespannpferde geeignet. Selbst die pferdebegeisterte englische Königsfamilie lässt ihren Nachwuchs auf diesen Ponys die ersten Sattelerfahrungen machen.

Für Stefan Katzmann aber war die Beteiligung an Wettbewerben das nächste Ziel. Und hierbei hat er schon als Jungzüchter relativ früh richtig gehend die Preise abgeräumt. So etwa konnte er 2009 bei der Bundes-Dartmoorschau im deutschen Pferdemekka Verden an der Aller in der Klasse der drei- und vierjährigen Stuten den Spitzenplatz belegen. An dieser offenen Schau beteiligten sich zudem Züchter aus dem Ausland. Einer der Preisrichter kam sogar aus England. Auch in diesem Jahr ist Katzmann, der im nahen Kaliwerk Wintershall als Industriemechaniker arbeitet, mit den Dartmoors bereits auf der Erfolgsspur und brachte für den ersten Fohlenjahrgang den 1. Preis in dieser Kategorie mit nach Hause. Inzwischen ist seine noch kleine Herde auf elf Ponys angewachsen, die er auf sein bisheriges Züchterglück vertrauend natürlich vergrößern will. Außerdem gehören noch zwei Welsh-Ponys zum Bestand.

Von H.-H. Hartmann

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