Ziel Tennisprofi: Carina gewinnt gegen Erwachsene

Jeder Schlag ein Treffer: Carinas Traum ist es Tennisprofi zu werden.

Carina Witthöft ist erst 15, weiß aber schon, womit sie eines Tages ihr Geld verdienen möchte. "Mein Ziel ist, Tennisprofi zu werden", erzählt die Hamburgerin.

In ihrer Altersklasse ist sie eine der besten Tennisspielerinnen Deutschlands. Im März gewann sie den Titel bei der deutschen Meisterschaft.

Für solche Erfolge tut sie viel. Dreieinhalb Stunden steht sie an normalen Tagen oft auf dem Tennisplatz - mindestens. Wenn sie morgens im Klassenzimmer sitzt, hat sie an vielen Tagen schon anderthalb Stunden Training hinter sich. "Schule macht mir keinen großen Spaß", verrät Carina. Ein echtes Lieblingsfach hat sie auch nicht. "Höchstens Kunst."

Für Carina dreht sich eben fast alles um ihren Sport. Und da hat sie richtig Glück mit ihrer Schule, denn sie geht in Hamburg auf eine Eliteschule des Sports. Das heißt: Auch ihre Mitschüler sind große Talente, einer zum Beispiel im Fußball, ein anderer im Badminton - und Carina eben im Tennis.

Sie fehlt einige Wochen im Jahr in der Schule, weil sie irgendwo in Deutschland oder in anderen Ländern Turniere spielt. Aber das ist in der Regel kein Problem. Klassenarbeiten beispielsweise kann sie nachschreiben. In diesem Sommer hat sie ihre Mittlere Reife geschafft. Sie geht weiter zur Schule. Aber ob sie bis zum Abitur die Schulbank drücken wird, hängt davon ab, wie es mit der Tenniskarriere klappt.

Eines Tages möchte sie zu den besten zehn Tennisspielerinnen der Welt gehören, sagt Carina. Ob sie das schaffen kann? "Carina ist eines unser größten Nachwuchstalente", meint Barbara Rittner. Sie war selbst mal Tennisprofi und betreut nun sozusagen die Damen-Tennis-Nationalmannschaft. "Carina ist mit Leib und Seele dabei."

Carinas Vater hat eine eigene Tennisschule. So kann die 15-Jährige Tennis spielen, wann immer sie will. Oft ist es auch ihr Vater, der sie auf Turniere begleitet. Bei den Turnieren spielt sie keineswegs nur gegen Gleichaltrige, sondern auch gegen Tennisspielerinnen, die zehn oder mehr Jahre älter sind. "Es kommt schon mal vor, dass eine Gegnerin zickig wird, weil es sie so ärgert, dass sie gegen eine so junge Spielerin wie mich verliert", erzählt Carina.

Ein normaler Tag im Leben von Carina

Es gibt kaum einen Tag, an dem Carina nicht auf dem Tennisplatz steht. Zum Beispiel der Donnerstag ist oft ein extrem anstrengender Tag. Carina steht in der Regel um spätestens 6.45 Uhr auf. Denn um 7.45 Uhr beginnt das erste Training.

Um 9.15 Uhr endet die erste Trainingseinheit. Carina duscht dann und zieht sich um. Von 10 bis 16 Uhr ist dann normalerweise Schulunterricht angesagt, mit einer Mittagspause. Mit Tennis geht es oft um 16.30 Uhr weiter. Nach zwei Stunden Training folgt von 18.30 bis 19.30 Uhr meist Konditionstraining - also zum Beispiel Ausdauerläufe oder Sprints. Erst dann hat Carina Feierabend.

Gegen 20.00 Uhr kommt sie Zuhause an. Viel Zeit bleibt nach dem Abendessen nicht, bevor sie ins Bett geht. Denn am nächsten Tag muss sie natürlich wieder früh raus - um auf dem Platz zu stehen.

Viele Siege, aber in der Welt noch weit hinten

Carina hat früh mit Tennisspielen angefangen. Die ersten Bälle schlug sie übers Netz, als sie vier Jahre alt war. Ziemlich schnell fuhr sie Erfolge ein: Mit acht Jahren war sie schon Hamburger Jugendmeisterin.

Ein paar Jahre später stand sie in ihrer Altersklasse in Deutschland ganz oben. Sie ist inzwischen schon deutsche Meisterin geworden. Und sie hat schon als Jugendliche bei den Hamburger Meisterschaften der Damen abgeräumt.

Inzwischen steht Carina schon in der Damen-Weltrangliste. Da kommt eine Tennisspielerin nur drauf, wenn sie bei großen Turnieren mitspielt. Noch hat Carina da aber eine Position ziemlich weit hinten, so um Position 1000. "Das Ziel ist, dass sie im nächsten Jahr etwa bei Platz 500 steht", sagt ihr Vater.

In dieser Sommersaison hat Carina neben Turnieren auch für einen Hamburger Verein in der zweiten Damen-Bundesliga gespielt. In der Mannschaft spielt auch ihre 17 Jahre alte Schwester Jennifer. Die will aber nicht unbedingt Tennisprofi werden. Das überlässt sie lieber ihrer jüngeren Schwester.

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