Zeitungsverleger sehen bei Google Umdenken

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Berlin - Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sieht in Googles Vorschlag zum Bezahlsystem für journalistische Artikel ein Umdenken des Internetriesen. Der Verband bleibt aber skeptisch.

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sieht in Googles Vorschlag zum Bezahlsystem für journalistische Artikel ein Umdenken des Internetriesen. Der Verband bleibt aber skeptisch.

“Wird hier nicht die Monopolsituation weiter zementiert?“, fragte BDZV-Sprecher Hans-Joachim Fuhrmann am Donnerstag in Berlin. Bedenken gibt es demnach, dass durch ein Bezahlsystem, das von Google allein entwickelt werde, ein “ganz neues Datenmonopol“ entstehen könnte.

Google folgte mit seinem Konzept einem Aufruf des amerikanischen Zeitungsverleger-Verbandes NAA, Ideen für Medien-Geschäftsplattformen einzubringen. Der Vorschlag ist besonders interessant, da der Internetriese häufig Kritik aus der Medienbranche im Zusammenhang mit seinem Nachrichten-Aggregator Google News ausgesetzt ist. Die US- Zeitungen kämpfen mit starken Rückgängen bei den Werbeeinnahmen und suchen nach neuen Geschäftsmodellen für das digitale Zeitalter. Im Moment versucht die Branche, Bezahlmodelle für ihre Inhalte im Internet durchzusetzen. Ähnliches gilt für Deutschland, wo die Einbrüche aber im Vergleich zu den USA derzeit moderater ausfallen.

BDZV-Sprecher Fuhrmann sieht in dem Google-Vorstoß einen “Paradigmenwechsel“ und einen Versuch, etwas gemeinsam mit den Verlagen zu unternehmen. Dem Internetunternehmen sei offenbar klar geworden, dass das Netz nicht ausschließlich aus Gratisinhalten bestehe. “Google wird reich mit den Inhalten anderer. Das muss sich ändern“, forderte Fuhrmann.

dpa

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