Diese wilden Tiere leben in Deiner Stadt

Der Fuchs ist vor allem für seine Schlauheit bekannt. In der Stadt kommt er mittlerweile auch ganz gut zurecht.

In einer Großstadt lässt es sich prima leben. Das Leben dort schätzen nicht nur viele Menschen, die dort wohnen und arbeiten. Auch eine Menge Tiere mögen es.

Auf leisen Sohlen huscht ein Fuchs durchs Wohngebiet. Er schaut sich noch mal um - und schon verschwindet er hinter der nächsten Ecke. Wir sind nicht im oder am Wald. Wir befinden uns in einer Großstadt. Spatzen, Tauben, Eichhörnchen, Amseln, Mäuse, Kaninchen, Marder oder sogar Wildschweine: In großen Städten wie München, Köln oder Nürnberg ist tierisch was los.

Einige Wildtiere bekommt man allerdings kaum zu sehen. Sie gehen den Menschen aus dem Weg und sind vor allem nachts aktiv. Den Tag verschlafen sie gut geschützt im Gebüsch, in Erdhöhlen oder auf Bäumen. Auch verlassene Häuser und Keller sind ein gutes Versteck.

Was aber machen die Tiere überhaupt in der Stadt? Einige sind sogenannte Kulturfolger. Das heißt, sie leben gern in der Nähe des Menschen. Denn sie finden in der Stadt viel zu fressen. Dazu gehören zum Beispiel Spatzen, Ratten und Tauben.

Größere Wildtiere kommen dagegen meist in die Stadt, weil der Mensch auf dem Land zum Beispiel ihre Lebensräume zerstört hat. Wälder wurden abgeholzt, um etwa Siedlungen Platz zu machen. Aus Wiesen entstanden gigantische Ackerflächen. Und wo früher Frösche quakten, parken jetzt Autos.

Für einige Tierarten wird es dadurch auf dem Land zu eng. Sie flüchten in die Stadt. Verrückterweise finden sie ausgerechnet in einer Großstadt alles, was sie zum Leben brauchen: Schlupflöcher zum Dösen, Grünflächen, um Junge großzuziehen, und vor allem viel, viel Nahrung.

Schwierig wird es oft dann, wenn die Tiere in der Stadt auf Menschen treffen. Einige haben Angst, andere füttern die Tiere. Beides ist falsch und kann sogar gefährlich sein. Solltet ihr also einmal einem Wildtier begegnen, bleibt ganz ruhig. Sprecht weiter - denn das kennen die Tiere von uns Menschen - und nehmt einfach einen anderen Weg.

Wilde Städter: Wildschweine, Füchse und Co.

Hier ein paar Infos zu Tieren, die du in vielen Städten treffen kannst:

Wildschweine: Wildschweine sind nicht mäkelig. Sie fressen fast alles, was ihnen vor die Schnauze kommt: Eicheln und Bucheckern, Obst, Insekten, Würmer und Essensreste. In Gärten, Papierkörben oder Abfalltonnen gibt es für sie also eine Menge zu holen. In Städten wie Berlin leben sie meist in den Randbereichen. Doch sie wandern von Grünfläche zu Grünfläche und kommen in der Nacht auch in die Innenstadt. Einzelne Tiere bleiben sogar das ganze Jahr im Stadtgebiet. Manche sagen auch Stadtschweine zu ihnen.

Füchse: Füchse sieht man eher mal in großen Städten. Denn viele sind auch tagsüber unterwegs. Man sagt auch: Sie sind tagaktiv. Die Tiere fressen gern Mäuse, in Städten aber auch Ratten. Dort bedienen sie sich aber auch gern mal an Fressnäpfen, die nicht für sie bestimmt sind. Manch einer stellt zum Beispiel ein Schälchen Milch für die Katze nach draußen. Oder der Napf mit dem Hundefutter steht auf der Terrasse. Da schlagen dann manchmal auch Füchse zu - ohne dass die Leute das merken.

Waschbären: Mit ihren schwarz umrandeten Augen sehen die kleinen Raubtiere aus wie Panzerknacker im Comic. Die Tiere haben einen geringelten Schwanz, ein flauschiges Fell und sind etwas größer als eine Katze. Kratzspuren an Dachrinnen verraten ihr Versteck auf den Dachböden. Meist verschlafen sie den Tag und werden erst gegen Abend aktiv. Nachts hört man sie dann manchmal schreien. Ihre Rufe klingen wie die einer jungen Katze nur viel krächzender.

Steinmarder: Steinmarder sind lange, schmale Tiere mit einem kakaofarbenen Fell. Wie Waschbären lieben sie die Dachböden alter Häuser. Aber auch unter der Motorhaube von Autos fühlen sie sich manchmal wohl. Autos dienen den Mardern als Versteck für ihr Essen, als Rastplatz oder Spielplatz für ihre Jungtiere. Aus Neugier oder im Spiel zerbeißen sie dann oft Kabel und Kühlschläuche - zum Ärger der Autobesitzer.

Waschbären toben gern

Waschbären sorgen immer wieder für Aufregung. Die Tiere stammen eigentlich vor allem aus Nordamerika. Doch seit etwa 80 Jahren leben sie auch in Deutschland. Pelzhändler hatten sie mitgebracht.

Sie wollten die Tiere in Gefangenschaft züchten und die Felle verkaufen. Teilweise büxten die Tiere wohl aus. Später wurden sie in einer Gegend sogar richtig in die Natur ausgesetzt.

Waschbären können sich unheimlich gut an eine neue Umwelt anpassen - auch weil sie Allesfresser sind. Die Tiere fühlten sich schnell wohl und bekamen Junge. Und sie breiteten sich in Deutschland immer weiter aus. Zehntausende Waschbären soll es inzwischen bei uns geben.

Auch in den Großstädten fühlen sich die Kleinbären wohl. Die Stadt Kassel in Hessen wird sogar Hauptstadt der Waschbären genannt. Dummerweise haben die putzigen Kerle eine besondere Vorliebe für Dachböden - das ärgert viele Menschen. Denn Waschbären sind nicht nur drollig. Sie sind auch fürchterlich neugierig. Auf ihren Entdeckungstouren richten sie oft ein großes Chaos an.

Verwirrte Spechte hauen Löcher in Wände

Wusstest du, dass Spechte manchmal Löcher in Hauswände klopfen? Experten glauben: Meist sind es junge Spechte, die das Haus für einen Baum halten.

Spechte hacken Löcher in Holz, um auch in tieferen Schichten etwa nach Larven zu suchen. Und die verspeisen sie dann. Wenn ein Specht in ein Haus Löcher haut, ist er also meist hinter leckerem Essen hinterher. Dabei hören sich für den Vogel einige Baustoffe wohl ähnlich wie ein morscher Baum an, meinen Experten. Und in einem morschen Baum gibt es oft besonders viele Larven, Käfer und andere Leckereien.

Das Loch in der Hauswand sollte übrigens schnell wieder verschlossen werden. Wasser könnte einsickern und dem Haus schaden. Oder andere Vögel könnten sich für das Loch interessieren.

Wilde Tiere füttern? Nein danke!

Wilde Tiere leben in der Stadt - manche Leute wissen nicht, dass das vorkommt. Einige glauben, dass sich etwa Wildschweine, Füchse oder Waschbären verirrt haben und wollen den Tieren helfen. Sie füttern sie. Das ist gut gemeint, kann aber gefährlich sein.

Die Tiere gewöhnen sich nämlich sehr schnell an neue Futterstellen. Sie kommen immer wieder zurück. Und sie verlieren ihre Scheu. Sie werden zum Beispiel dreist und wollen immer mehr Futter. Dabei können vor allem Wildschweine in Gärten und Parks großen Schaden anrichten. Mit ihren kräftigen Rüsseln biegen sie Zäune um. Oder sie durchwühlen den Boden oder Komposthaufen nach Leckerbissen wie Blumenzwiebeln oder Gemüse. Die Tiere können aber auch angriffslustig werden.

Manchmal wirken die gefütterten Tiere so zahm, dass Leute sie streicheln möchten. Das ist zum Beispiel bei Füchsen ein Problem, die sich sehr schnell an Menschen gewöhnen. Und die dann oft nicht weglaufen, wenn Leute in ihre Nähe kommen. Sie fühlen sich dann aber oft bedrängt und beißen.

Wer wilden Tieren in der Stadt also einen Gefallen tun will, der lässt sie am besten in Ruhe - und schließt auch seinen Müll gut weg. Wildschweine, Füchse und Waschbären bleiben wilde Tiere, auch wenn sie ihren Lebensraum mit uns Menschen teilen.

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