„Wie-wie geht's?“ - Stotterer sprechen nicht flüssig

Auch manche Ärzte stottern: Es hängt nicht davon ab, ob jemand schlau ist oder nicht.

Wenn er vor vielen Leuten eine Rede halten soll, sagt Martin Sommer es lieber gleich: „Ich stottere“. Das sollen seine Zuhörer von Anfang an wissen. Früher war das Stottern schlimm für ihn. In der Schule hat er sich sogar oft nicht getraut, etwas zu sagen.

Aber Martin Sommer hat gelernt, gut damit umzugehen. Heute ist er Oberarzt in einem Krankenhaus - Martin Sommer ist jetzt nämlich ein Stotter-Experte. Er erzählt, warum manche Leute stottern und was man dagegen tun kann.

Was ist Stottern?

Martin Sommer: "Wer stottert, spricht nicht flüssig. Beim Stottern wiederholt man Silben, zum Beispiel: "Wie-wie-wie geht es dir?" Oder man dehnt manche Laute länger als normal. Etwa: "Waaas machst du?" Außerdem können Stotterer eine totale Blockade haben. Dann geht gar nichts mehr. Sie geben sich zwar große Mühe, etwas zu sagen - aber es kommt einfach nichts raus."

Warum stottern manche Menschen?

Martin Sommer: "Den genauen Grund dafür kennt man nicht. Fest steht: Die Sprechwerkzeuge - Mund, Zunge - sind nicht kaputt. Das Atmen, Kauen, Schlucken funktioniert. Man kann sich das so vorstellen: Beim Autofahren hört man gerne mal Radio. Grundsätzlich geht das. Wenn man aber dann unter einer Brücke durchfährt, ist der Empfang manchmal schlechter. Man versteht kaum mehr etwas. Das kann man auf das Stottern übertragen: Stotterer können sprechen. Nur in manchen Situationen gelingt es eben nicht ganz."

In welchen Situationen stottern Leute?

Martin Sommer: "Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Meistens wird das Stottern schlimmer, wenn Stress und Aufregung dazu kommen. Für mich zum Beispiel war es fürchterlich, wenn ich in einer neuen Umgebung war und mich vorstellen musste. Wenn alle auf mich geschaut und gewartet haben, dass ich etwas sage. Heute erkläre ich lieber von Anfang an, dass ich stottere. Dann ist jeder vorbereitet, falls ich bei einem Wort stecken bleibe. Und: Beim Singen hat erstaunlicherweise kein Stotterer Probleme. Dann ist das Stottern wie weggeblasen."

Was hilft gegen Stottern?

Martin Sommer: "Auf jeden Fall braucht man einen guten Sprechtrainer. Der hilft dann mit verschiedenen Therapien. Manche klatschen im Takt und sprechen dazu die einzelnen Silben. Ich-ma-che-das-zum-Bei-spiel-ge-ra-de. Das funktioniert relativ schnell. Hört sich aber komisch an. Eine andere Methode ist, bewusst zu stottern. Damit nimmt man die Angst vor dem Ganzen. Wichtig ist, viel zu sprechen. Wenn ich zum Beispiel am Wochenende nicht viel geredet habe, stottere ich am folgenden Montag in der Arbeit wieder mehr."

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