Wenn Mama arbeitslos ist...

Manche Familien müssen immer ganz genau auf das Geld achten.

Einen eigenen Computer und ein neues Handy - das kann sich die Schülerin Maria nicht leisten. Ihre Mutter ist arbeitslos, und die Familie bekommt Hilfe vom Staat: Hartz IV.

Die 13-jährige Maria ruft eine Freundin an und verabredet sich mit ihr. Es ist Nachmittag, draußen ist es kalt, die beiden wollen sich im Jugendklub treffen. Manchmal basteln sie dort, manchmal schauen sie gemeinsam Filme. "Im Kino war ich schon seit zwei Jahren nicht mehr", erzählt Maria aus Münster in Nordrhein-Westfalen.

Teure Hobbys und Ausflüge kann sie sich nicht leiste. IIhre Mutter ist arbeitslos. Deshalb bekommt die Familie Geld vom Staat, damit sie das Nötigste zum Leben hat. Diese monatliche Hilfe nennt man Hartz IV und vor kurzem hat die Bundesregierung beschlossen: Es soll wenige Euro mehr geben und bestimmte Bildungs-Angebote für Kinder.

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Maria wohnt mit ihrer Mutter und ihren zwei großen Brüdern zusammen. Sie läuft durch den Flur. In der einen Hand hält sie das Telefon, in der anderen ihren kleinen Hund. Der ist erst ein Jahr alt und heißt Bella. Bella ist neugierig und sehr verspielt. Beim Herumtollen hat sie Marias Armband zerrissen. Überall auf den Boden kullern nun glitzernde Steinchen herum.

Die Wände in Marias Zimmer sind rot angestrichen. Der Kleiderschrank steht offen. Auf dem Schreibtisch liegen Pullis und Hosen verstreut. Daneben stapeln sich Schulbücher.

Viele Spielsachen und Bücher hat die Schülerin nicht. Sie hat keine Playstation und auch keinen eigenen Computer. Ihr Handy ist gebraucht, ihr Fernseher kaputt. Unter ihrem Bett liegen ein paar Gesellschaftsspiele. Sie liebt das Spiel "Risiko". Manchmal kniffeln Mutter und Tochter auch zusammen oder spielen ein Kartenspiel.

Über Marias Bett hängen drei Poster von Popstar Rihanna. Auf den Bildern hat die Sängerin rote Haare. "Die passen gut zur Wand", sagt Maria. Sie ist ein hübsches Mädchen und legt gern ein bisschen Schminke auf. Auf einem Regal hat sie ein paar Fläschchen Nagellack aufgestellt. Marias Fingernägel sind heute blau. Ihre Wimpern sind auch geschminkt. Sie hat eine blaue Jeans und einen schwarzen Pulli an. Die Jeans gehört eigentlich ihrer Mutter. Die kauft sich manchmal aus Versehen Sachen, die zu klein sind. Dann bekommt Maria diese.

Beim Shoppen müssen beide sparsam sein. Markenklamotten sind viel zu teuer. Marias neue Schuhe haben nur zehn Euro gekostet, ihre Winterjacke 30 Euro. Sie ist ein bescheidenes Mädchen.

Wenn Maria Musik hören will, geht sie ins Wohnzimmer. Dort steht ein Computer. Maria schaltet ihn ein und surft im Internet, um sich auf Youtube ihre Lieblingslieder anzuhören. Im Wohnzimmer schläft nachts noch ihre Mutter auf der Couch. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer. Wenn bald der älteste Bruder von Maria auszieht, bekommt auch die Mutter ihr eigenes Schlafzimmer.

"Hast Du mal zwei Euro?", fragt Maria ihre Mutter. Sie will mit dem Bus zum Jugendklub fahren und muss sich dafür ein Ticket kaufen. Wenige Tage vor Monatsende hat Maria ihr Taschengeld bereits aufgebraucht. 20 Euro bekommt sie monatlich. Das meiste gibt sie für Kleidung aus, verrät sie. Ein bisschen was davon braucht sie auch für's Handy. Meist hat sie aber kein Guthaben darauf. Das macht aber nichts, sagt sie. Zum Glück gibt es den Jugendklub, wo Maria ihre Freunde treffen kann.

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