Fachleute gesucht: Warum Wissenschaftler manchmal nur Straßen fegen

In Deutschland gibt es Leute, die im Ausland einen bestimmten Beruf gelernt haben, ihn hier aber nicht ausüben dürfen.

Jemand hat einen kaputten Computer. Und jemand anderes hat gelernt, ihn zu reparieren. Super, könnte man meinen. Sollen die beiden doch zusammenkommen und das Problem ist gelöst. Oder? Denkste. Manchmal sind die Dinge nämlich komplizierter.

In Deutschland zum Beispiel werden für bestimmte Arbeiten dringend Fachleute gesucht, etwa Computerprofis, Mediziner oder Wissenschaftler. Es gibt auch Menschen, die diese Berufe gelernt haben. Und trotzdem dürfen einige von ihnen solche Jobs bei uns nicht machen. Warum?

Zum Beispiel wenn die Menschen aus dem Ausland zu uns gekommen sind. Sie haben ihre Ausbildung in einem anderen Land nach anderen Regeln gemacht. Das Zeugnis darüber wird in Deutschland oft nicht anerkannt. Es gilt nicht automatisch so viel wie ein deutsches Zeugnis. Die Behörden prüfen oft lange, ob die Ausbildung im Ausland genauso viel taugt wie bei uns. Also ob die Leute für ihren Beruf mindestens genauso viel gelernt haben und können.

Über das Problem wird gerade heftig diskutiert. Einerseits soll ja keiner einen Job machen, den er nach unseren Regeln nicht so richtig kann. Andererseits können viele Einwanderer wegen der langen Prüferei oft gar nicht arbeiten oder nur Jobs übernehmen, für die man eher keine Ausbildung braucht, etwa als Putzfrau oder Straßenfeger. Ärgerlich! Denn gleichzeitig haben es viele Firmen schwer, für bestimmte Arbeiten die passenden Experten zu finden.

Einige Politiker und Fachleute machen sich deshalb unter anderem dafür stark, dass die Behörden schneller prüfen und die Regeln etwas einfacher werden. Die Bildungsministerin plant zum Beispiel ein Gesetz, dass die Prüferei möglichst nicht mehr als drei Monate dauern soll. Dann finden vielleicht Firmen eher gute Mitarbeiter - und Leute aus dem Ausland bei uns eher gute Jobs.

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