Warum Schornsteinfeger schwarze Klamotten tragen

Fast ganz in Schwarz: Schornsteinfegermeisterin Ines Dreisow fegt den Schornstein.

Ein Schornsteinfeger im blauen Hosenanzug? Oder mit roter Jacke? Undenkbar. Ein Schornsteinfeger gehört in einen schwarzen Kehranzug.

Das findet zum Beispiel Ines Dreisow. Sie ist Schornsteinfeger-Meisterin in Rethwisch in Schleswig-Holstein. Und sie lässt auf ihre Arbeitskleidung nichts kommen. "Der Anzug ist praktisch, weil er keinen Ölruß durchlässt und außerdem ist es eine schöne Tradition", sagt die 44-Jährige.

Zur Tradition gehört auch der Zylinder. Das ist ein kantiger Hut, den nur Meister und Gesellen tragen dürfen. ""Kehranzug und Zylinder sind so etwas wie unser Dienstausweis, wenn wir zu unseren Kunden an die Haustür kommen", erzählt Ines Dreisow.

Zum traditionellen Kehranzug gehört der sogenannte Koller. Das ist eine kragenlose Jacke mit einer oder zwei Reihen Goldknöpfe. Dazu kommt ein Gürtel mit goldfarbener Schnalle, eine lange Hose und ein weißes oder schwarzes Mundtuch. Das soll vor Ruß und Staub schützen. Dafür gibt es heute aber auch moderne Schutzmasken und das Tuch ist oft nur noch Deko.

Außerdem tragen Schornsteinfeger statt Pantoffeln heute meist richtige Sicherheitsschuhe. "Früher musste man häufig barfuß von innen in die Schornsteine hineinklettern, da wäre das ständige Schuhe an- und ausziehen zu umständlich gewesen", erklärt Ines Dreisow.

Was brauchen Schornsteinfeger noch?

Schornsteinfeger stecken meist in schwarzen Kehranzügen. Manche sind aus dickem Stoff oder ganz aus Leder. Die sind ziemlich teuer - und heiß. Deshalb gibt es auch Anzüge aus dünnerem Material, sagt Schornsteinfegerin Ines Dreisow. "Den tragen wir, wenn wir Heizungsanlagen überprüfen." Denn da wäre der Kehranzug viel zu warm. Der ist schließlich dafür gemacht, um bei jedem Wetter aufs Dach zu steigen.

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