Warum reden gerade viele über die Gorch Fock?

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" schippert schon seit 50 Jahren übers Meer.

Es ist so etwas wie eine schwimmende Schule - das berühmte Segelschulschiff "Gorch Fock". An Bord des über 50 Jahre alten Schiffes werden Marinesoldaten ausgebildet. Die jungen Leute, angehende Offiziere, nennt man auch Kadetten.

Momentan ist das Schiff auf einer großen Reise unterwegs, unter anderem in den Gewässern bei Südamerika. Doch dieses Mal läuft die Ausbildungsfahrt nicht wie gewohnt ab. Es gibt wohl großen Ärger. Was war passiert?

Ein großes Unglück. Vor mehr als zwei Monaten war eine junge Offiziers-Anwärterin auf dem Schiff gestorben. Die 25-Jährige hatte Kletterübungen in den Masten und Seilen gemacht, als sie herunterfiel. Sie kletterte in der sogenannten Takelage (gesprochen: Takelaasche). Die drei Masten auf der "Gorch Fock" sind um die 40 Meter hoch. Also ungefähr viermal so hoch wie ein Zehn-Meter-Sprungturm im Schwimmbad.

In die Takelage müssen die Seeleute etwa klettern, weil alle Segel von Hand bedient werden, erklärte ein Sprecher der Deutschen Marine am Donnerstag. Also etwa, wenn man die Segel wieder einholen möchte. Beim Hochklettern und Runterklettern seien die Seeleute nicht gesichert. Aber wenn sie oben arbeiten, haken sie sich ein.

Nach dem Tod der jungen Frau soll es Streit auf der "Gorch Fock" gegeben haben. Denn Offiziersanwärter sollen sich geweigert haben, in die Takelage zu klettern. Die Vorgesetzten wollten ihnen das aber wohl nicht durchgehen lassen. Sie sollen die Offiziersanwärter dazu gedrängt haben, trotzdem hochzuklettern. Kurz nach Unglück wurde die Ausbildung auf dem Schiff unterbrochen. Seitdem segelt das Schiff mit einer Besatzung ohne die Auszubildenden weiter.

Aber ob das wirklich alles so abgelaufen ist, weiß man noch nicht. Auch deshalb soll nun ein Ermittlungsteam zur "Gorch Fock" reisen und versuchen aufzuklären, was Sache ist. Das Segelschulschiff sollte deshalb in einen Hafen in Argentinien zurückkehren.

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