Warum wir fühlen, wenn wir riechen

Wenn es im ganzen Haus nach Plätzchen duftet, dann kommen Weihnachtsgefühle hoch - oder?

Du öffnest die Flasche mit der Sonnencreme und fühlst Dich, als wärst Du in Deinem letzten Sommerurlaub. Wie funktioniert das? Über den Geruch.

Denn unser Gehirn speichert viele Erinnerungen zusammen mit Düften, die wir zu dem Zeitpunkt gerochen haben.

Kennt ihr das auch? Wenn es zu Hause in der Küche nach Plätzchen duftet, wirkt das gemütlich. Wer den Geruch von Zimt in die Nase bekommt, denkt oft an Weihnachten. Und wenn es im Frühling im Wald so schön nach frischem Grün riecht, macht das viele irgendwie froh und ausgelassen. Kein Wunder, denn viele Gerüche sorgen bei Menschen für Gefühle.

Doch wie ist es möglich, dass wir so stark auf Gerüche reagieren? Forscher sagen: Wenn wir etwas das erste Mal riechen, werden die Infos dazu in einem bestimmten Bereich im Gehirn gespeichert. Dort verarbeitet das Gehirn auch Gefühle und Erinnerungen. So kommen also der Geruch, Erinnerung und Gefühl zusammen.

Wenn wir zum Beispiel das Gewürz Zimt riechen, erinnern sich viele Leute bei uns an die Adventszeit. Denn dann gibt es besonders viele Leckereien mit Zimt - etwa Kekse. Für manche ist das ein gutes Gefühl: Draußen schneit es, man sitzt gemütlich auf dem Sofa, eine Kerze brennt, es gibt Plätzchen und alles ist friedlich.

Riechen wir diesen Duft erneut, verbinden wir mit ihm meist die alten Erinnerungen und Gefühle. Wer dabei an etwas Schönes denkt, riecht den Duft also gern. Das funktioniert allerdings auch umgekehrt bei schlechten Erinnerungen. Manche bekommen schon ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn sie nur das Haus betreten, in dem ihr Zahnarzt arbeitet. Das kann mit dem speziellen Geruch zu tun haben. Der kommt zum Beispiel von den Mitteln, die ein Zahnarzt benutzt - etwa um Löcher zu füllen.

So kommt der Duft aus der Pflanze

Wenn es gut riecht, kann das verschiedene Gründe haben. Vielleicht backen gerade Kekse im Ofen. Vielleicht hat jemand aber auch duftende Öle benutzt, die von bestimmten Pflanzen stammen.

Sie heißen ätherische Öle. Man kann zum Beispiel aus dem Orangenbaum ätherisches Öl gewinnen, aber auch aus Pflanzen wie Kamille oder Pfefferminze.

Es gibt verschiedene Wege, wie man an solche Öle kommt - etwa mit Wasserdampf. Dabei werden die Blätter, Blüten, Zweige oder Wurzeln einer Pflanze mit Wasserdampf behandelt. Dieser Dampf nimmt die Ölanteile der Pflanze mit sich.

Um Wasserdampf und Öl dann wieder zu trennen, wird das Ganze durch ein Rohr geleitet. Dort kühlt der Dampf ab und verwandelt sich wieder in flüssiges Wasser. Das Öl mischt sich damit nicht und schwimmt an der Oberfläche. Dort kann es abgeschöpft werden.

Übrigens sind ätherische Öle ganz spezielle Öle. Wenn du sie auf Papier tropfst, hinterlassen sie zum Beispiel keinen Fettfleck - wie etwa Sonnenblumenöl. Fachleute sagen: Reine ätherische Öle sind unglaublich flüchtig. Sie meinen damit, sie verschwinden schnell in die Luft.

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