Wahlen im Kongress: Wie schneidet Obamas Partei ab?

Vor zwei Jahren bekam Barack Obama noch ganz viel Jubel. Wie schneidet er wohl bei der Kongresswahl ab?

Als Barack Obama vor zwei Jahren zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, war der Jubel riesengroß. "Der erste Präsident mit dunkler Hautfarbe! Er wird vieles verändern und verbessern!" Das hofften viele Menschen und freuten sich.

An diesem Dienstag stehen in den USA nun Wahlen an, über deren Ergebnis Barack Obama und seine Anhänger wohl nicht annähernd so laut jubeln können. Das hat auch etwas mit den großen Hoffnungen und Erwartungen von vor zwei Jahren zu tun.

Gemeint sind die Kongresswahlen. Der Kongress ist eine mächtige Gruppe in der amerikanischen Politik. Die Politiker im Kongress schauen dem Präsidenten auf die Finger. Der Präsident darf zum Beispiel seinen Plan zum Geldausgeben erst umsetzen, wenn der Kongress einverstanden ist. Außerdem werden im Kongress Gesetze erarbeitet. Denen muss der Präsident in der Regel aber erst noch zustimmen, bevor sie gelten. Und sollte es einmal so weit kommen, kann nur der Kongress einen Krieg erklären.

Der Kongress ist aufgeteilt in zwei Gruppen: Repräsentantenhaus und Senat. Am Dienstag stehen alle Sitze im Abgeordnetenhaus zur Wahl und jeder dritte Sitz im Senat. Experten erwarten, dass die Partei von Barack Obama - die Demokraten - gar nicht gut abschneidet. Das haben auch Umfragen vor den Wahlen ergeben.

Wenn die Demokraten zum Beispiel ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren, dann könnten Barack Obama und seine Anhänger nicht mehr so flink ihre Ideen umsetzen. Sie müssten mehr Rücksicht nehmen auf das, was ihre politischen Gegner sagen. Und Kompromisse finden.

Warum Experten so ein schlechtes Ergebnis für die Demokraten erwarten? Viele Menschen in den USA sind enttäuscht von der Politik ihrer Regierung. Das liegt auch mit daran, dass sie sehr viel von dem neuen Präsidenten erwartet hatten. Und dass der bisher nicht alles umsetzen konnte, was er damals versprochen hat. Dies liegt auch daran, dass die Wirtschaft weltweit in eine große Krise geraten ist.

Manche Veränderungen, die Barack Obama angestoßen hat, kamen aber auch nicht überall gut an. Zum Beispiel die Pläne für ein neues Gesundheitssystem. Bald sollen die allermeisten Amerikaner krankenversichert sein. Dann wären sie besser abgesichert, wenn sie krank werden und zum Beispiel operiert werden müssen. Kritiker finden aber: Die Regierung sollte sich nicht so sehr in die Angelegenheiten der einzelnen Menschen einmischen.

Hintergrund: Wie viele Politiker sitzen im Kongress?

Wenn sich Politiker des amerikanischen Kongresses versammeln, tun sie das meist im Kapitol. So heißt ein prächtiger Bau mit einer großen, weißen Kuppel in der Stadt Washington im Osten der USA. Dort hat der US-Kongress seinen Sitz. Der Kongress besteht aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat. Im Senat sitzen 100 Männer und Frauen. Jeder US-Bundesstaat - egal wie groß er ist - darf zwei Senatoren schicken. Im Repräsentantenhaus sitzen 435 Abgeordnete aus den Bundesstaaten. Je mehr Menschen in einem Gebiet leben, desto mehr Vertreter hat es im Repräsentantenhaus.

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