Vulkanausbruch: Darum fallen so viele Flüge aus

Der Experte Axel Raab erklärt die momentane Situation in der Luft.

Eine riesige Wolke aus Asche schwebt gerade über Deutschland hinweg. Die hat ein Vulkan auf der Insel Island im Atlantischen Ozean in die Luft gespuckt.

Aber wenn man in den Himmel schaut, sucht man vergeblich nach einem dicken schwarzen Ding. Denn die Aschewolke sieht mit bloßem Auge fast genauso aus wie ganz normale Wolken. Und auch die Sonne kann durch sie durchscheinen. Trotzdem müssen sich Flugzeuge vor der Aschewolke in Acht nehmen. Das sagt auch Axel Raab. Er kennt sich in der Luftfahrt prima aus. Und er hat erklärt, warum Flieger besser einen großen Bogen um solche Wolken machen sollten.

Ist es gefährlich, wenn Flugzeuge durch eine Aschewolke düsen?

Axel Raab: "Ja, selbstverständlich, deshalb müssen viele Flieger momentan am Boden bleiben."

Was passiert, wenn ein Flugzeug durch so eine Wolke fliegt?

Axel Raab: "Das Problem ist, dass die Triebwerke die Asche und kleine feste Teile, die in der Wolke sind, ansaugen. Dadurch könnten die Triebwerke ausfallen - und im schlimmsten Fall könnte das Flugzeug abstürzen. Denn die Triebwerke sind so etwas wie sein Motor."

Aber die Teile in der Wolke sind doch nur ganz klein. Das kann doch eigentlich nicht so schlimm sein?

Axel Raab: "In den Triebwerken sind ganz viele sogenannte Schaufelräder drin. Die drehen sich und saugen Luft an. Wenn die festen Teilchen massenhaft und irre schnell auf die Räder prasseln, können sich die Räder verbiegen und kaputt gehen. Dann drehen sie sich nicht mehr. Doch das ist längst nicht alles. Am Rumpf des Flugzeuges gibt es Röhrchen, die den Luftdruck messen. Dadurch weiß der Pilot, wie schnell er fliegt und in welcher Höhe er unterwegs ist. Die Asche kann die Röhrchen verstopfen. Und wenn sie dann nicht mehr richtig arbeiten, hat der Pilot keinen Überblick mehr."

Stürzt das Flugzeug denn sofort ab, wenn alle Triebwerke ausfallen?

Axel Raab: "Das Flugzeug kann noch ein bisschen durch die Luft segeln. Dann muss es notlanden. Aber es fällt nicht wie ein Stein vom Himmel."

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