Vorhang auf! Singen und tanzen wie Musicalstars

Jakob, Max und Clara spielen in dem witzigen Musical "Milchstraße Nr.2" mit.

Auf der anderen Seite des Vorhangs sitzt das Publikum und wartet. Alle sind da: Eltern, Geschwister und Freunde. Leises Gekicher dringt durch den dicken, roten Samtstoff.

Und dann ist es endlich soweit: Vorhang auf für die rockigen Aliens von der Milchstraße! „Das ist das Beste an der Aufführung!“, schwärmt Timo Lübben. „Wenn alle Kostüme fertig sind, das Bühnenbild steht und alle ihre Rollen perfekt beherrschen. Wenn dann der Vorhang aufgeht und das Publikum klatscht - das ist ein unglaubliches Gefühl. Vor dem Publikum zu stehen - einfach toll!“ Der 12-Jährige spielt in einem fantasievollen Musical den Vater einer kleinen Familie, die fast von einem Schwarzen Loch verschluckt wird.

In dem rockigen Musical eines kleinen Hamburger Theaters geht es um Aliens, die Galaxie Milchstraße und einen General, der gerne singt, aber einen Liederwettbewerb verliert. Aus Rache baut der General eine Lampe, aus der immerzu sein scheußliches Lied tönt. Außerdem stiftet er ein sogenanntes Schwarzes Loch an, alles was leuchtet, zu zerstören.

In dieser verrückten Geschichte spielen die 13-jährige Sarah und der 12-jährige Timo zwei der Hauptrollen. Vor der Premiere, also der ersten Aufführung des Stücks, sind sie ganz schön aufgeregt: „Ich bin leider schon mal vor der Aufführung umgekippt“, erzählt Sarah. „Mir ist auch meistens davor total übel. Aber sobald wir auf der Bühne stehen, ist das Lampenfieber vorbei.“ Überhaupt liebt Sarah es zu singen und zu tanzen. Und das ist das Wichtigste, was man als Musical-Schauspielerin können muss.

Die Kinder und Jugendlichen des kleinen Hamburger Theaters proben jede Woche und führen mehrere Stücke im Jahr auf. Klar, dass man dafür auch Kostüme, Musik und ein Bühnenbild braucht. Die Musik macht ein Komponist. Und die Kostüme nähen die Mütter der Kinder. Andere Eltern bauen und löten die Kulisse.

Dieses Mal ist alles besonders aufwendig, weil so viele Außerirdische dabei sind. „Ich hab die ganze Woche nur Alienköpfe gebastelt“, erzählt die Kostümbildnerin. Aber der Aufwand lohnt sich: für diesen einen Moment, wenn der Vorhang fällt und die Nachwuchs-Stars im Rampenlicht stehen.

Was ist ein Musical?

Ein Musical ist eine Theatervorführung, bei der die Geschichte mit Musik, Gesang und meist auch mit Tanz erzählt wird. Das Wort Musical bedeutet so viel wie „mit Musik“ oder „musikalisch“.

Viele Musicals stammen aus den USA und aus Großbritannien. Besonders bekannt sind Stücke, die aus dem Theaterviertel „Broadway“ in der Stadt New York in den USA stammen. Hier wurden viele erfolgreiche Musicals zum ersten Mal aufgeführt.

Als allererstes Musical überhaupt wird oft ein Stück genannt, das vor fast 150 Jahren auf die Bühne kam. Auf Deutsch heißt es so viel wie „Der Schwarze Gauner“.

Was unterscheidet Musical und Oper?

Die Stars auf der Bühne müssen singen können und auch die Musik ist sehr wichtig. Das haben Musical und Oper schon mal gemeinsam. Trotzdem sind beides ziemlich verschiedene Gattungen des Theaters. Aber was unterscheidet sie genau?

In Musicals tanzen und singen die Schauspieler - so erzählen sie die Handlung. Oft geht es um Geschichten, die aus einem Musikalbum, Buch oder Film bekannt sind. Eine Menge Fans hat beispielsweise das Musical „Der König der Löwen“, das dem bekannten Disney-Film ähnelt. Viele Musicals stammen aus den USA oder Großbritannien und werden in Englisch aufgeführt.

In Opern steht der Gesang noch stärker im Mittelpunkt. Opernsänger sind Gesangstalente, die auch sehr hohe oder sehr tiefe Töne treffen können. Viele Opern werden auf Italienisch gesungen. Und einige Opern sind schon uralt! Wie beispielsweise „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie wurde im Jahr 1791, also vor mehr als 200 Jahren, zum ersten Mal aufgeführt. So alt ist noch kein Musical.

Oje, Text vergessen! Und das ausgerechnet beim großen Auftritt vor dem Publikum. Das kann natürlich jedem Schauspieler mal passieren - sollte es aber nicht. Denn generell gilt: Wer schauspielern will, muss seinen Text können! Denn der steht schon vorher fest und man kann ihn üben.

Aber wie schafft man es, sich die vielen Sätze zu merken?

„Kinder haben einen Riesenvorteil gegenüber Erwachsenen, denn sie können sich Texte viel leichter merken“, sagt der Regisseur und Komponist Uwe Heynitz. Er leitet eine Kinder- und Jugendtheatergruppe in Hamburg, im Norden Deutschlands.

Uwe Heynitz rät: „Lies dir den Text einfach ein paar Mal durch. Dann bitte einen Freund, die Sätze vorzulesen, die zu den anderen Rollen gehören. So lernst du deine Einsätze, also die Stichworte, bei denen du dran bist. Sobald du den Text auswendig kannst, konzentrier dich aufs Schauspielern, damit du deine Rolle gut rüberbringst!“

Maximilian, Sarah, Timo und Feline spielen mit im Musical „Milchstraße Nr. 2“. Sie sind 12 bis 14 Jahre alt. Und sie singen und tanzen in dem verrückten Weltraumstück eines kleinen Hamburger Theaters. Uns erzählten sie, was an Musicals so toll ist.

Was muss man können, um bei einem Musical mitzuspielen?

Maximilian Forster: „Man muss singen und tanzen können. Außerdem ist es sehr wichtig, dass man seinen Text kann. Ich lerne meine Sprechtexte immer mit meiner Schwester auswendig.“

Feline te Heesen: „Man braucht Zeit. Schauspielern ist unser Hobby. Wir üben einmal die Woche und an den Wochenenden haben wir oft Workshops, beispielsweise mit einem Gesangslehrer.“

Und was gefällt euch an Musicals?

Sarah Tolle: „Ich find's klasse, in eine andere Rolle zu schlüpfen und einen ganz anderen Menschen zu spielen.“

Welche Stars - mal abgesehen von Musical-Darstellern - sind eure Vorbilder?

Sarah Tolle: „Eindeutig: Will Smith! Der sieht gut aus und bringt seine Rollen richtig gut rüber! Ich wünsche mir, dass ich eines Tages auch so berühmt werde. Dann wohne ich in einer Villa in Los Angeles mit Swimming Pool!“

Maximilian Forster: „Ich schau' mir alle Castingshows an. Ich hätte auch nichts dagegen, so entdeckt zu werden und ein Superstar zu sein.“

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