Völlig normal: Polizisten auf dem Schulhof

Der zwölfjährige Kenneth besucht eine jüdische Schule. Der bunte Stern ist ein sogenannter Davidstern, ein Symbol des Judentums.

Für manche Kinder in Deutschland ist es völlig normal, in der Schule von Polizei und Sicherheitsleuten bewacht zu werden. Zum Beispiel für Kenneth. Er besucht eine jüdische Schule.

Vor einigen Tagen hat ein wichtiger Minister vor Terror-Anschlägen in Deutschland gewarnt. Kein Grund zur Panik, sagen die Experten. Doch vorsichtshalber wird im Moment überall sehr gut aufgepasst. Polizisten laufen häufiger durch die Hallen der Flughäfen oder über die Bahnsteige auf Bahnhöfen.

In Kenneths Schule wird immer so streng aufgepasst. Das hat auch mit einem Streit zwischen Völkern zu tun, der eigentlich nicht bei uns spielt. Es ist ein Streit zwischen dem Staat Israel, in dem viele Juden leben, und der Gruppe der Palästinenser. Dabei geht es um Land. Zwischen beiden Seiten kommt es immer wieder zu Gewalt.

Auch deshalb bewachen Polizisten jüdische Gebäude in Deutschland - wie die Schule von Kenneth. Er besucht die siebte Klasse. Seine Schule ist umgeben von einem hohen Zaun. „Draußen, vor der Schule, sind Polizisten mit Hunden“, erzählt Kenneth.

Wenn er seine Schule betritt, dann nicht durch ein quietschendes Tor. Sondern durch eine moderne Schleuse mit zwei Türen, ähnlich wie in einem Kaufhaus. Selbst aufmachen kann Kenneth die schweren Türen nicht. „Die Sicherheitsleute bedienen sie mit ihren vielen Knöpfen und Kameras“, erzählt Kenneth. Jeden Morgen, wenn er ankommt, winken ihn die Sicherheitsleute einfach durch. Denn sie kennen ihn längst. Bei neuen Gesichtern sind sie strenger: Dann werden schon mal Taschen geöffnet oder auch einige Fragen gestellt.

Sobald die zweite Tür der Schleuse hinter Kenneth schließt, steht er mitten in der Vorhalle. An den Wänden hängen bunte Bilder, die die Schüler gemalt haben. „Spätestens wenn man in der Schule ist, spürt man nichts mehr davon“, sagt Kenneth über die Kontrollen am Eingang. Jetzt stürmen Kinder mit großen Schulranzen die hellen Korridore entlang, quatschen, streiten oder lachen miteinander. Und die wichtigste Frage ist, wie man den nächsten Mathetest überstehen soll.

Da ist aber doch noch ein Unterschied zu anderen Schulen: Kenneth lernt hinter Fenstern aus mega-sicherem Panzerglas. Es kann also niemand etwas durch die Scheiben werfen. Denn das Panzerglas geht nur schwer kaputt. Es ist nämlich viel dicker und fester als normales Glas. Und es schimmert grün.

„Die Sicherheitsleute sind so etwas wie Freunde. Auf jeden Fall gehören sie zur Schule dazu“, sagt Kenneth. Kein Schüler habe Angst vor ihnen. Einige kennt Kenneth sogar beim Namen. „Ich gehe manchmal mit meinen Freunden zu ihnen und dann albern wir gemeinsam rum.“

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