Ein verletztes Turn-Ass guckt bei der EM nur zu

Turn-Star Fabian Hambüchen kann nicht an der EM teilnehmen. Er wurde vor einiger Zeit am Fuß operiert und muss sich noch schonen.

Um Turn-Star Fabian Hambüchen herum klicken die Kameras. Doch es sind nicht die Reporter, die den 23-Jährigen mit ihren riesigen Objektiven bei den Europameisterschaften ablichten. Sondern Fans, die sich mit ihm fotografieren lassen.

Das Turn-Ass kann sich nicht wie die anderen Sportler um das Reck schwingen oder Saltos schlagen. Denn Fabian Hambüchen wurde vor einiger Zeit am Fuß operiert. Statt roter Sporthose und schwarzem Trägershirt trägt er deswegen nun Jeans und ein weißes Polohemd. Er steht am Rand und guckt zu - und unterhält sich mit dpa-Nachrichten für Kinder.

Wie traurig bist du, dass du nur zugucken kannst?

Fabian Hambüchen: "Es fällt nicht so schwer. Europameisterschaften in Deutschland zu verpassen, ist natürlich nichts Tolles. Aber ich gucke nach vorn: Eine WM steht dieses Jahr noch an, nächstes Jahr die Olympischen Spiele. Dafür ist es wichtig, dass ich den Fuß auskuriere. Und wir haben jedes Jahr eine EM, von daher ist es kein Weltuntergang, eine zu verpassen."

Kannst du beim Zuschauen etwas lernen?

Fabian Hambüchen: "Na ja, beim Zuschauen lerne ich nicht viel. Aber durch meine Verletzung. Ich lerne, mein Training etwas anders zu gestalten und etwas anders dranzugehen. Ich merke, dass ich schon einige Trainingsjahre auf dem Buckel habe und mehr auf meinen Körper hören sollte. Man wird lockerer, nicht mehr so verkrampft. Das stärkt mich alles, wenn ich zurückkomme."

Hast du denn jetzt mehr Zeit für andere Sachen?

Fabian Hambüchen: "Ehrlich gesagt nicht. Ich gehe morgens um halb 9 Uhr aus dem Haus und bin abends zwischen sieben und acht Uhr wieder da. Ich habe fast weniger Zeit als vorher."

Was machst du denn im Moment?

Fabian Hambüchen: "Ich bin jetzt mittlerweile wieder einen halben Tag in der Turnhalle und den anderen halben Tag in der Rehaklinik. Ich kann an den Geräten vieles machen, nur kein Boden, kein Sprung, keine Landung. In der Reha jogge ich viel im Wasser und trainiere die Beine. Ich hänge mich voll rein. Ich könnte sicher weniger machen, aber das will ich nicht. Ich will so viel machen wie es geht, damit ich schnell wieder fit bin."

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