Unter Wasser: Gerangel mit Flossen und Schnorchel

Gerangel im Wasser: Beim Unterwasser-Rugby geht es ganz gut zur Sache.

Rugby, okay, davon haben viele schon mal gehört. Aber Unterwasser-Rugby? Was ist das denn? Das ist eine Ballsportart, die unter Wasser gespielt wird - mit ordentlich Gerangel. Katharina ist so eine Spielerin, die gern mal abtaucht.

Platsch - mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel springt Katharina Lachenmeir in das Becken einer Schwimmhalle in München. Alle Mitspieler hüpfen der 20-Jährigen hinterher. Platsch. Platsch, platsch, platsch, platsch! Die Sportler spielen Unterwasser-Rugby (gesprochen: Unterwasser-Ragbie).

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Das Spielfeld ist ein kleineres Schwimmbecken, dass ein paar Meter tief ist. Jede Mannschaft bewacht auf ihrer Seite einen Korb, der aussieht wie ein großer Papierkorb. Um ihn zu erreichen, müssen die Spieler tauchen, denn die Körbe stehen unter Wasser - auf dem Boden des Beckens. Sie sind extra schwer, damit sie dort unten stehen bleiben.

Für jede Mannschaft dürfen sechs Spieler gleichzeitig im Wasser sein. Die Mannschaften versuchen, den Ball in den Korb des Gegners zu drücken. Es gewinnt die Mannschaft, die das häufiger schafft. Die Gegner wollen die Treffer natürlich nicht so einfach zulassen, deswegen kommt es zu Gerangel.

Schnell stürzen sich alle auf den Spieler mit dem Ball. Jetzt ist es Katharina. Die Gegner versuchen, ihr den Ball zu entreißen. Katharina kriegt Ellenbogen ans Bein, Knie an den Arm und Köpfe in den Bauch. Die Gegner zerren und drücken, sie wollen den Ball. Aber Katharina ist flinker und stößt ihn schnell zu einem Mitspieler. Jetzt müssen die Gegner sie loslassen. Denn immer nur der Spieler, der den Ball hat, darf angegriffen werden.

Für Katharina heißt es nun: So schnell wie möglich auftauchen, Wasser aus dem Schnorchel blasen und Luft schnappen! Denn keiner der Spieler hat eine Sauerstoffflasche dabei. Jeder muss mit seiner eigenen Luft auskommen. Hui! Bekommt man da keine Panik, wenn einen die anderen unter Wasser angreifen? "Als Anfänger vielleicht", sagt Katharina. "Aber das ist nur Kopfsache. Meistens kann man noch ganz lange die Luft anhalten."

Das Spiel geht unter ihr weiter. Der Gegner hat den Ball und ist auf dem Weg zum Korb. Schnell wieder abtauchen und hinterher. Ein Spieler aus Katharinas Mannschaft, der Torwart, liegt auf dem Korb und drückt sich mit langsamen Flossenschlägen nach unten. So ist der Korb versperrt. Doch das ist gar nicht so leicht, denn niemand darf sich am Korb festhalten. Und der Gegenspieler mit Ball darf ziehen und schieben, um den Ball an ihm vorbeizudrücken - das ist eine Ausnahmeregel für den Spieler mit Ball.

Katharina und ihre Mitspieler kriegen den Ball heute viermal in den gegnerischen Korb, die andere Mannschaft schafft es sechsmal. Katharinas Mannschaft verliert. Trotzdem werden sie nächste Woche wieder Taucherbrille, Schnorchel und Flossen anziehen - dann beginnt das Spiel von vorn.

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