Übers Meer nach Australien - mit einem Schiff aus Plastikmüll

Der Katamaran "Plastiki" ist jetzt auf Großer Fahrt.

Was kann man mit 12 500 leeren Plastikflaschen anstellen? Sie zurückbringen und das Pfand kassieren? Zum Beispiel. Oder man baut damit ein Schiff. Das haben Tüftler in den USA getan.

Ihr Schiff "Plastiki" ist am Samstag in See gestochen. Die sechs Abenteurer an Bord haben Kurs auf Australien genommen und wollen in drei Monaten dort ankommen.

www.theplastiki.com

Wie eine riesige Quietsche-Ente liegt die "Plastiki" im Wasser - etwas behäbig, recht stabil und fast komplett aus Plastik. Ihre zwei Rümpfe sind mit Tausenden Plastikflaschen ummantelt. Die sorgen dafür, dass der Katamaran schwimmt. An einigen Flaschen kleben sogar noch Reste der Etiketten. Die zwei Masten aus Aluminium waren früher Bewässerungsrohre. Sogar der Klebstoff, der Teile des Schiffs zusammenhält, ist umweltfreundlich. Das Team hat ihn selbst aus Cashew-Nüssen und Zucker entwickelt.

Knapp vier Jahre hat es gedauert, um das Boot zu planen und zu bauen. Die Crew möchte mit der Aktion sagen: Wir sollten alle unseren Abfall wiederverwerten und so die Verschmutzung der Meere stoppen. "Eine Welt ohne Plastik wird es nicht mehr geben, aber statt das Zeug zu verteufeln, sollten wir lernen, es zu benutzen und zu recyceln", sagte der Abenteurer und Umweltschützer David de Rothschild.

Viel Platz gibt es auf dem Schiff nicht. Die Kajüte ist geformt wie ein Iglu - mit Schlafkoje, Kombüse und einer Arbeitsecke mit Messgeräten und Computern. Es gibt eine Toilette, einen Regenwasserfänger und am Mast hängt ein kleiner Kräutergarten. Energie wird aus Windkraft und Sonnenlicht gewonnen. Außerdem kann die Crew etwas Strom auf zwei fest eingebauten Fahrrädern erradeln. Das hält gleichzeitig auch fit.

Ihre Route führt die "Plastiki" südlich an Hawaii vorbei über den Pazifischen Ozean bis nach Sydney in Australien. Dabei will die Mannschaft auch an einer riesigen schwimmenden Plastikmüllhalde im Pazifik vorbeisegeln. Die haben Wissenschaftler schon vor Jahren entdeckt. Manche schätzen, dass sie mittlerweile viel, viel größer ist als Deutschland...

Das Team will von seiner Reise im Internet berichten. Ihr findet die Berichte unter www.theplastiki.com - allerdings auf Englisch.

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