Trübsal statt Trubel: Ölkatastrophe vergrault Badegäste in den USA

Im Meer baden geht nicht, da muss ein Planschbecken her.

Eigentlich hätte Christopher Hernandez in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Er lebt in Grand Isle an der Südküste der USA. Dort verbringen im Sommer viele Menschen ihren Urlaub.

Dann sorgt Christopher Hernandez unter anderem dafür, dass sich am Strand kein Müll auftürmt. Doch in diesem Jahr hat die Ölpest die Urlauber vergrault. Vor der Küste war vor einigen Wochen eine Bohrinsel explodiert. Seither strömt Öl ins Meer - und verschmutzt Strände.

Christopher Hernandez spritzt mit einem Feuerwehrschlauch Wasser in ein Planschbecken - damit wenigstens seine Kinder schwimmen können. Vom Himmel brennt die Sonne. Eigentlich sollten sich Gegenden wie diese langsam mit Urlaubern füllen.

Doch in Grand Isle sind die meisten Strandhäuser verrammelt und düster. "Normalerweise wäre hier jetzt alles voll", sagt Chassa Santiny. Sie bedient in einem Restaurant in der Nähe des Strandes. Das Lokal ist nicht einmal halb voll. Viele Leute haben ihren Urlaub abgeblasen. "Viel können wir da nicht machen, als auf das Beste zu hoffen, dass vielleicht später im Sommer Geld in die Kasse kommt", meint die junge Frau. In der Gegend verdienen viele Leute mit dem Tourismus ihr Geld. Sie haben nun Angst vor großen Verlusten.

Ganz allein sitzt Louanna Guidry am Strand und schaut auf die Wellen. Niemand ist da, der sie stören könnte. Fast jeden Sommer seit ihrer Kindheit habe sie hier am Strand verbracht, berichtet die Lehrerin. Früher hätten sie Krebse gefangen und gleich am Strand in Meerwasser gekocht. "Jetzt ist es hier wie in einem Kriegsgebiet, mit all den Hubschraubern in der Luft." Sie fragt traurig: "Werden sie jemals in der Lage sein, diese Ölquelle zu stopfen, bevor alles ruiniert ist?"

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