Im Tonstudio: So entsteht eine CD

Jan Reinhard in seinem privaten Tonstudio in Hamburg.

Wer einen Ton-Profi besucht, bekommt oft gleich was auf die Ohren: zum Beispiel bei Jan Reinhard in Hamburg.

Die Musik an seinem Arbeitsplatz ist so laut, dass der Toningenieur im ersten Moment kaum zu verstehen ist. Er sitzt in seinem Tonstudio am Mischpult und regelt schnell die Lautstärke runter. "Ich höre gerade die Aufnahme an, die ich mit Dakoton eingespielt habe", sagt der 28-Jährige.

Warum gute Ohren so wichtig sind

Bei einem Toningenieur kommt es vor allem auf die Ohren an: Er muss sofort merken, wenn beim Klang etwas nicht stimmt. Ein gutes und genaues Gehör ist in dem Job deshalb das Wichtigste. Und das entsteht nicht in ein paar Wochen, sondern wird über lange Zeit trainiert - und dann gut behütet.

"Man muss immer aufpassen, sich das Gehör nicht kaputt zu machen", sagt der Toningenieur Jan Reinhard aus Hamburg. Er empfiehlt deshalb allen, die sich für einen Beruf mit Musik interessieren: "Gehörschutz tragen, Musik nicht auf die höchste Lautstärke stellen und Ohrhörer nicht zu tief in die Ohren stecken."

Dakoton ist eine Rockband aus Hamburg. Jan war drei Wochen lang mit den Musikern in seinem Studio, um eine neue CD zu produzieren. Dabei hat er jedes Instrument einzeln aufgenommen: Zuerst das Schlagzeug, dann den Bass, die Gitarren, und erst zum Schluss kam der Gesang dran. Als alle Aufnahmen eingespielt waren, mischte Jan die Tonspuren der einzelnen Lieder zusammen. Er stimmte zum Beispiel die Lautstärke der Instrumente und des Gesangs aufeinander ab. Und er fügte mit dem Computer Effekte hinzu. Bis alles gut klang. In Tonstudios sitzen Toningenieure wie Jan meist im Regieraum. Dort wird das aufgenommene Tonmaterial über Monitore überwacht, abgemischt und zusammengeschnitten. Der Aufnahmeraum für die Musiker ist durch eine Glasscheibe abgetrennt. "Die tollste Technik nützt nichts, wenn die Akustik, also der Klang, nicht perfekt ist", erklärt Jan. Der Aufnahmeraum ist deshalb gegen Geräusche von innen und außen gut abgeschirmt.

Die Wände und Decken im Aufnahmeraum haben eine Schalldämmung. Je nachdem, welches Material verwendet wird, verändert sich der Klang im Raum. Sogar unterschiedliche Temperaturen würden sich auf den Ton auswirken, sagt Jan. Er ist in seinem Beruf schon viel herumgekommen. Zum Beispiel als er auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat. Und als er mit Musikern von einem Konzert zum nächsten zog.

Hintergrund: Berufe im Plattenstudio

Nicht jeder hat das Talent zum Singen oder kann super gut ein Instrument spielen. Und auf der großen Bühne wollen auch nicht alle stehen. Für alle, die trotzdem gerne mit Musik zu tun haben wollen, gibt es viele andere Berufe. Und viele davon kreisen rund um die Arbeit in einem Tonstudio:

Zum Beispiel der Beruf Produzent. Ein Produzent ist eine Art Vermittler zwischen Musikern, Technikern im Studio und Plattenfirmen. Er führt Regie bei einer Tonaufnahme und bearbeitet sie zusammen mit einem Techniker.

Ein Toningenieur nimmt Geräusche, Musik und Sprache auf. Er arbeitet zum Beispiel für Tonstudios, Radio und Fernsehen, Konzertveranstalter oder Opernhäuser.

Wenn Musiker ihre Stücke nicht selbst schreiben, sind außerdem Leute gefragt, die Lieder für sie komponieren und die Texte schreiben. Man nennt sie Texter und Songwriter. Sie müssen sich sehr gut mit Musik auskennen. Und sie brauchen ein Gespür dafür, wie Melodie und Text zusammenpassen.

Eine wichtige Rolle hat auch ein Musik-Manager. Er ist meist bei einer Plattenfirma oder einem Musikverlag angestellt. Und er sucht immer neue Talente. So ein Manager hilft einem Musiker, Karriere zu machen und berühmt zu werden. Er kümmert sich um Geschäftliches und handelt Verträge aus. Eine andere Aufgabe hat ein sogenannter Event-Manager. Er plant größere Events, also Veranstaltungen, zum Beispiel Konzerte.

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