Tier-Börsen von Zoos: Suche Panda, biete Giraffe

In ihrem Gehege ist der Kleine Panda Siena noch alleine. Aber hoffentlich nicht mehr lange.

Neugierig läuft Siena auf samtigen Pfoten über die Baumstämme in ihrem Gehege. Sie ist ein sogenannter Kleiner Panda mit rötlichem Fell. Siena guckt, ob ein paar Beeren für sie bereit liegen.

Vielleicht wartet sie auch darauf, dass sie hier im Gelsenkirchener Zoo in Nordrhein-Westfalen einen Mitbewohner bekommt.

Siena lebt bisher allein in ihrem Gehege. Das soll aber nicht so bleiben. Der Zoo sucht einen Partner für sie. Doch wo lässt sich ein passender Kleiner Panda auftreiben? Die Suche nach Zoo-Tieren läuft in der Regel ganz anders, als wenn Leute etwa ein neues Meerschweinchen haben wollen.

Ein Experte für Pandas gucke im Moment, wo es ein Männchen für Siena gibt, erzählt Sabine Hass vom Zoo in Gelsenkirchen. Der Mann ist Spezialist für Kleine Pandas und weiß, in welchen Zoos in Europa sie leben. Kleine Pandas gehören zu den bedrohten Tierarten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Siena einen Partner bekommt, mit dem sie Kinder haben und sich vermehren kann. Solche Experten gibt es für viele bedrohte Tierarten. Sie sollen verhindern, dass die Tiere aussterben. Deshalb gehen die Fachleute oft in anderen Zoos auf Partnersuche.

"Die meisten Tiere, die in Zoos leben, werden auch dort geboren", sagt Sabine Haas. Und die Zoos tauschen die Tiere dann untereinander aus. Siena selbst ist aus dem Heidelberger Zoo nach Gelsenkirchen gekommen. Andere Tiere stammen von noch weiter her: Die Trampeltiere etwa kommen aus einem Zoo in den Niederlanden, die Wölfe aus Dänemark. Und eine Kodiakbärin ist aus Argentinien in Südamerika gekommen.

Für diesen Tier-Tausch unter den Zoos gibt es eine Art Tier-Börse beim Verband Deutscher Zoodirektoren. Auf diesen Listen steht dann zum Beispiel: Abzugeben 1,0 Rothschildgiraffe, Suchen: 0.1 Watussi-Rind. "Die Zahlen vor dem Komma sind männliche Tiere, die Zahlen hinter dem Komma weibliche Tiere", erklärt Sabine Haas. Das heißt in diesem Fall: Der Zoo hat ein Giraffen-Männchen abzugeben. Und er sucht ein weibliches Watussi-Rind. Natürlich telefonieren die Zoos auch untereinander, wenn sie ein Tier abgeben wollen oder eins suchen.

Das kann verschiedene Gründe haben. Der Gelsenkirchener Zoo zum Beispiel hatte vor einiger Zeit Pinguine abzugeben, weil hier umgebaut wurde. Manchmal werden auch Tiere an andere Zoos ausgeliehen, damit sie dort für Nachwuchs bekommen. So war das zum Beispiel beim Papa vom Eisbären Knut. Nach einiger Zeit kommen diese Tiere dann meistens wieder in ihren Heimat-Zoo. Und manchmal passiert es auch, dass die Polizei neue Tiere im Zoo vorbeibringt. In Gelsenkirchen wurde jetzt etwa ein Krokodil von Beamten abgeliefert. Das Tier war seinem Besitzer ausgebüxt. Nachbarn fanden es in ihrer Badewanne.

Kommentare