Tagebuch eines Tennisprofis

Andrea Petkovic weiß, wie schwierig Freundschaften im Profi-Sport sind.

Sie tourt mit ihren Tennisschlägern um die Welt. Andrea Petkovic spielt Profi-Tennis. Die Australian Open waren für die Spielerin aus Deutschland trotzdem nach der zweiten Runde vorbei.

Das Turnier in Australien gehört zu den wichtigsten Tennis-Wettbewerben und läuft noch die ganze Woche. Andrea Petkovic hat die australische Stadt Melbourne inzwischen verlassen. Sie berichtete über das Leben eines Tennisprofis:

"Ich werde oft gefragt, ob ich überhaupt Freunde habe. Eigentlich müsste man doch meinen, dass Freunde zum Leben dazugehören, aber auf der Tennistour ist das nicht immer ganz so einfach.

Das liegt vor allem daran, dass ich ungefähr 30 bis 40 Wochen im Jahr unterwegs bin und das ständig in anderen Ländern. Wenn ich länger als eine Woche an einem Ort bin, ist das schon sehr lange. Da ist es schwierig, den Kontakt zu seinen Freunden zu Hause aufrecht zu erhalten.

Oft komme ich nach ein paar Monaten nach Hause, treffe mich mit meinen Freunden und es ist so viel passiert, dass ich mir manchmal vorkomme als würde die eine Hälfte meines Lebens doppelt so schnell ablaufen wie die andere.

Die Alternative hierzu wäre sich mit den anderen Tennisspielerinnen anzufreunden, die ich öfter sehe, als mir manchmal lieb ist. Allerdings ist hierbei das Problem, dass sie ja auch meine Konkurrentinnen sind, gegen die ich gewinnen will. Wenn man da jemanden mag, ist das manchmal gar nicht so einfach.

Wir deutschen Mädels hängen trotzdem immer miteinander herum. Erstens haben wir dieselben Sorgen, Ängste und Hoffnungen und zweitens kann man die auf Deutsch wirklich viel besser diskutieren als auf Englisch. Und wenn es dann einmal passiert, dass wir gegeneinander spielen müssen, dann gibt man sein Bestes, versucht zu gewinnen und am Ende tröstet man sich vielleicht gegenseitig."

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