So suchen Experten im Labor nach fiesem Darmkeim

Über einen Labortest kann man rausfinden, ob man einen Erreger hat.

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich dieser Tage keine Sorgen wegen dem gefährlichen Ehec-Bakterium macht. Doch woher kommt dieser fiese Darmkeim? Diese Frage stellen sich Fachleute seit Tagen.

Denn auch in Deutschland haben sich Menschen mit einem Krankheitserreger namens Ehec angesteckt.

Für manche ist der nicht ohne, sie mussten ins Krankenhaus. Doch wie kann man herausfinden, ob jemand die Bakterien in sich trägt? Mit Tests im Labor! Das geht so:

"Der Patient merkt, dass er Durchfall hat. Außerdem entdeckt er auch noch Blut darin und beschließt, zum Arzt zu gehen", erklärt Ärztin Susanne Huggett. Die 58-Jährige leitet ein großes Labor in Hamburg, das für viele Krankenhäuser die Untersuchungen macht.

Der Arzt gibt dem Patienten ein kleines Röhrchen, in dem ein Mini-Löffel steckt. Mit dem Löffel nimmt der Patient eine erbsengroße Probe von seinem Durchfall. Die kommt dann in das Röhrchen.

Zu dem Röhrchen legt der Arzt einen Zettel, auf dem unter anderem der Name des Patienten stehen. Er schickt die Sachen noch am selben Tag mit einem speziellen Transportdienst zum Labor. Dort gibt es die nötige Technik, um den Ehec-Darmkeim nachzuweisen.

Im Labor geht das Röhrchen in die Abteilung Mikrobiologie. Dort streicht ein Mitarbeiter etwas von der Probe in eine Schale. Darin ist eine Art weißes Gelee, ein sogenannter Nährboden. Der sorgt dafür, dass bestimmte Bakterien gut heranwachsen.

Die Schale kommt für mehrere Stunden in einen besonderen Schrank, sagt die Fachfrau. Dort können die Bakterien ungestört wachsen. Wenn man später reinschaut, erkennt man lilafarbene Bakterien-Kolonien, also Ansammlungen von Bakterien.

"Dann benötigen wir eine Spezialuntersuchung, damit wir genau wissen, ob es sich hierbei um EHEC-Bakterien handelt", sagt die Expertin. Eine der Kolonien aus der Schale kommt in eine Flüssigkeit. "In der wird die Kolonie aufgespalten." So können die Experten bestimmte Bestandteile der Bakterien anschauen - und prüfen, ob es sich um EHEC-Bakterien handelt.

"Und dann haben wir nach etwa eineinhalb Tagen das Ergebnis", erklärt Susanne Huggett. Der Arzt bekommt das Ergebnis mitgeteilt - zum Beispiel per Telefon. Dann weiß er, wie er am besten weiterbehandeln soll.

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