Strohsäcke und Edelsteine: So schlief man früher

Ruckel, ruckel: Früher dauerten Reisen oft Tage, da waren Schlafkutschen praktisch.

Hast du abends manchmal keine Lust, ins Bett zu gehen? Vielleicht hast du viel spannendere Dinge zu tun als zu schlafen. Dabei ist so ein Bett wirklich eine tolle Sache: Man kann sich hineinkuscheln, sich wärmen und an schlechten Tagen die Decke über den Kopf ziehen.

Doch nicht immer hatten Menschen weiche Matratzen, Decken und Kissen. Sehr frühe Schlafstätten bestanden etwa aus Blättern, Moosen und Fellen. Das weiß der Experte Heinrich Mehl.

"Die Menschen haben schon sehr früh erkannt, wie wichtig ein bequemes Lager ist", sagt Herr Mehl. Sie fingen an, für ihre Schlafstätten Erde aufzuschütten, Unterlagen aus Holz zu bauen oder sogar Gestelle mit vier Pfosten. Denn leicht erhöht schlief es sich einfach besser als auf dem blanken Boden. Die Lager waren so eher vor Schmutz, Feuchtigkeit und Kälte, aber zum Beispiel auch vor Insekten geschützt. Im Laufe der Zeit wurden Betten dann immer bequemer und prächtiger - zumindest die Betten der reichen Leute.

Schon vor rund 2000 Jahren und früher wussten Ägypter, Griechen und Römer ihre Betten zu schätzen. Sehr prunkvoll sahen die Betten etwa von Herrschern oder Adeligen damals oft aus. Die Betten reicher Römer bestanden zum Beispiel aus Holz oder Bronze und waren mit Elfenbein, Gold, Silber oder Edelsteinen verziert. Die Matratze war mit Heu, Wolle oder Federn gefüllt. Darauf lagen Decken und Kissen, die oft reich bestickt waren.

Übrigens waren solche Betten nicht nur zum Schlafen da. Man empfing auch manchmal wichtige Gäste oder aß im Liegen. Es gab sogar spezielle Speisesofas. Während die Betten reicher Menschen sehr kunstvoll und bequem waren, mussten einfache Leute noch viele Jahrhunderte lang mit Lagern aus Strohsäcken auskommen - oder auch ganz auf dem Boden schlafen.

Vor etwa 1500 Jahren kam dann eine neue Bettmode auf, die lange sehr beliebt war: Himmelbetten. Wenn man seine Ruhe wollte, konnte man bei diesen Betten Stoffbahnen wie Vorhänge zuziehen. "Früher standen die Betten mitten in der Küche", erklärt der Fachmann Heinrich Mehl. "Die Menschen aßen, lebten, arbeiteten und schliefen nämlich im selben Raum." Und oft teilten sie sich sogar ein Bett. Das sparte Platz und man konnte sich gegenseitig wärmen. Der Vorhang des Himmelbetts schützte die Schlafenden vor Lärm, Dreck und vor neugierigen Blicken.

Erst vor ungefähr 200 Jahren gab es dann in den Häusern von einfachen Bürgern zum ersten Mal eigene Schlafzimmer. "Heute sind die Betten selber meist eher schlicht", sagt Heinrich Mehl. Dafür legen die Leute oft Wert auf eine gute Matratze und hübsche Bezüge. Wanzen und Flöhe, die früher oft in Schlafstätten hausten, findet man darin zum Glück fast nicht mehr. Wir haben also großes Glück, heute so bequem schlafen zu können.

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