Spukt es im Bermuda-Dreieck?

Im Bermuda-Dreieck passieren nicht mehr Unglücke als anderswo.

Eine einsame Schwimmweste trieb noch auf dem Meer. Aber von dem Tanker fehlte jede Spur. Seinen letzten Funkspruch hatte das Schiff Anfang Februar 1963 durchgegeben.

Seither waren drei Tage vergangen und die "SS Marine Sulphur Queen" hatte sich nicht wieder gemeldet. Das Schiff mit fast 40 Menschen an Bord war spurlos verschwunden. Verschollen in den Fluten des Bermuda-Dreiecks...

Dieses geheimnisvolle Dreieck liegt im Atlantischen Ozean. Es ist ein Gebiet zwischen den Bermuda-Inseln und Miami in den USA und der Stadt San Juan auf der Insel Puerto Rico. Das Gebiet mitten im Meer sieht aus wie ein Dreieck. Manchmal wird es auch "Teufelsdreieck" genannt. In der Gegend soll es nämlich spuken. Viele Schiffe und Flugzeuge sollen dort auf gespenstische Weise verschwunden sein.

Von der "Sulphur Queen" zum Beispiel wurde bis auf die Schwimmweste kaum etwas gefunden - kein Überlebender und auch kein Wrack. Berühmt ist auch die Geschichte über das amerikanische Schiff "USS Cyclops". Es hatte rund 300 Menschen an Bord. Im März 1918 verschwand es spurlos.

Sogar Flugzeuge sind verschollen. Im Dezember 1945 waren fünf Flieger über dem Bermuda-Dreieck unterwegs. Plötzlich sollen die Kompasse ausgefallen sein. Die Piloten kamen vom Kurs ab und stürzten ins Meer. Auch ein Rettungsflugzeug, das die Flotte suchen sollte, kehrte nie zurück. Bis heute weiß niemand genau, warum das passierte. War den Piloten der Treibstoff ausgegangen?

Manche Menschen dachten sich verrückte Erklärungen für all diese gruseligen Geschichten aus: Sie fantasierten zum Beispiel von Monstern wie Seeschlangen und riesigen Kraken. Mit langen Tentakeln sollen sie Schiffe in die Tiefe gezogen haben.

Heute wissen wir, dass diese Geschichten nur Seemannsgarn sind, also erfunden. Wissenschaftler sagen, dass in der Gegend nicht mehr Unglücke geschehen als anderswo. Das bestätigen auch Experten von der amerikanischen Marine.

Es gibt außerdem genug natürliche Gründe, warum Schiffe sinken. Sie können in einen Sturm geraten. Die brauen sich in der Region schnell zusammen. Oder sie werden von Piraten überfallen. Bei der "Sulphur Queen" ist womöglich ein Tank explodiert. Das Schiff hatte flüssigen Schwefel geladen.

Und warum hat niemand das Wrack gefunden? Durch einen Teil des Bermuda-Dreiecks fließt der Golfstrom. Ähnlich wie ein Fluss spült er Dinge unter Wasser schnell fort. Wrackteile sind so vielleicht weggeschwommen.

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