Im Sportinternat: Devin  trainiert schon morgens vor der Schule

Leben im Sportinternat: Devin beim Training mit seinem Bruder Steve.

Morgens um sieben sitzen viele Kinder am Frühstückstisch oder ziehen sich gerade an. Devin steht dann oft schon in der Turnhalle. Er ist elf Jahre alt und Geräteturner.

Sein Wecker klingelt in der Woche meist um sechs Uhr. Er steht auf, isst schnell ein Brot - dann beginnt schon das Krafttraining. Nach etwa zwei Stunden schnappt er sich seinen Schulranzen und geht zur Schule. Am Nachmittag trainiert er in der Regel noch mal drei Stunden.

Der Junge mit den dunklen Haaren wohnt in einem Sportinternat in Cottbus in Brandenburg. In dem Internat leben noch andere Turner, aber auch BMX-Fahrer und Fußballer.

Devins Zuhause ist in Schwedt. Das ist mehr als 200 Kilometer entfernt, also ungefähr zwei Stunden mit dem Auto. Da ist er nur jedes zweite Wochenende. Wenn Wettkämpfe dazwischenkommen noch seltener. Dann besucht ihn aber seine Mutter, erzählt er. Und zum Glück wohnt sein großer Bruder Steve in Cottbus. Der ist auch Turner.

Devins Schule hat extra Sportklassen eingerichtet, die auf die Trainingspläne der Schüler vom Sportinternat Rücksicht nehmen. Der Unterricht beginnt später und geht dafür bis zum Nachmittag. Devins Lieblingsfächer sind Kunst - und Sport natürlich. Hausaufgaben macht der Elfjährige meist erst nach dem Abendessen. Dann duscht er noch schnell, schaut ein bisschen fernsehen und huscht dann in seinem Zimmer ins Bett. Meistens sagt ihm seine Mutter am Telefon noch Gute Nacht, erzählt Devin.

Zum Skaten und für andere Hobbys hat Devin nur selten Zeit. Ob es ihn manchmal nervt, dass er dauernd trainieren muss? Naja, manchmal hab ich keine Lust, aber das ist selten, sagt er. Sein Trainer Holger Behrendt denkt sich dann oft eine Abwechslung aus, damit das Üben wieder Spaß macht. Er hat auch viele Jahre geturnt. Vor gut 20 Jahren gewann er bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille. Das würde ich auch gerne schaffen, wünscht sich Devin.

Was trainiert Devin alles?

Der junge Turner Devin trainiert an ganz verschiedenen Geräten. Zum Beispiel am Reck, Barren und an den Ringen. Er springt auch Trampolin und turnt am Boden. Den Barren mag der Elfjährige am liebsten.

Bei Wettkämpfen in seiner Altersklasse ist vorgeschrieben, was der Turner machen muss. Am Barren muss er sich zum Beispiel in den Handstand heben. Ganz schön schwer! Bei solchen Übungen merkt man dann, wozu das ganze Krafttraining gut ist.

Jeder kleine Fehler ist schlecht für die Wertung. Es werden zum Beispiel auch Punkte abgezogen, wenn der Turner den Handstand nicht lange genug hält. Der schlimmste Fehler ist das Abstürzen. Das kann auch manchmal weh tun.

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