Das spannende Leben der Königskinder

Mit Schokolade verschmierte Königskinder

Königin Elizabeth II. aus Großbritannien war als Kind auf einer Schloss-Schule.

Beim Einkaufen tragen sie flippige Turnschuhe - aber bei einem Fest haben sie auch mal ganz teure goldene Schuhe an. Zu ihren Eltern sagen sie öfter mal "Ihre Majestät" - aber auch einfach mal Mama und Papa.

Sie leben in einem Schloss, gehen aber meist auf normale Schulen. Königskinder sind zwar ganz normale Kinder - aber irgendwie eben auch nicht. Das erzählt der Fernsehreporter Rolf Seelmann-Eggebert. Er kennt sich mit Adeligen gut aus. Denn bei seiner Arbeit hat er schon viele Könige und Königinnen und auch deren Kinder getroffen. Er hat Filme über sie gedreht - und durfte dann sogar ein paar Tage mit ihnen verbringen.

Dürfen Königskinder sich denn auch mal dreckig machen? "Aber klar", sagt der Experte. Einmal war er zu Gast bei der Königsfamilie von Schweden. Und da gab es Schokoladenkuchen! "Das kleinste Mädchen hat sich über und über vollgeschmiert mit Schokolade und frech in die Kamera gegrinst", erzählt er.

Früher gingen die Königskinder auch noch auf eigene Schulen in den Schlössern. Zum Beispiel Königin Elizabeth II. aus Großbritannien war als Kind auf so einer Schloss-Schule. Die ist jetzt fast schon seit 60 Jahren Königin! Sie wird Queen genannt.

Wenn man so einen König oder eine Königin trifft, muss man einige Regeln beachten. Zum Beispiel beim Essen. Ein paar Mal war Rolf Seelmann-Eggebert zu einem Abendessen bei Königin Elizabeth II. eingeladen. Sie wurde mit Trompetenmusik begrüßt. Alle im Raum mussten aufstehen, sich wieder setzen und durften erst dann zugreifen. Wenn die Queen nach dem Essen aufsteht, müssen alle mit dem Essen aufhören - auch wenn sie noch hungrig sind.

Ob die Königskinder auch mal ihre Zimmer selbst aufräumen müssen? Das weiß Rolf Seelmann-Eggebert auch nicht. Aber als bei einem Drehtermin mal die Türe eines Glasschrankes kaputt ging: "In Null- Komma-Nix war eine Putzkolonne da und hat alles weggemacht", erzählt der Reporter. Und noch bevor die Prinzessin den Raum betreten hatte: schwuppdiwupp - waren alle Glassplitter weg.

Wie wird man Experte für Könige?

Mit Königinnen und Königen hatte Rolf Seelmann- Eggebert eigentlich nicht viel am Hut. Aber schon als Jugendlicher wollte er Reporter werden.

Ein Reporter berichtet in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen über alles, was so in der Welt geschieht. Zuerst war er in Afrika, dann wurde er von seinen Chefs nach England geschickt.

Dort regiert seit nun fast 60 Jahren Königin Elizabeth II. Ihr Sohn Charles hatte sich damals gerade in Diana verliebt - und wollte sie heiraten. Diana war ein Mädchen aus gutem Haus, aber keine Prinzessin. Und viele, viele Menschen interessierten sich für diese Liebe. Also musste Rolf Seelmann-Eggebert immer darüber im Fernsehen berichten.

 

Dabei merkte er, dass viele Leute in Deutschland nicht richtig wissen, was in einem Königshaus so los ist. Kein Wunder: Bei uns gibt es seit fast hundert Jahren kein Königshaus mehr. Und Rolf Seelmann- Eggebert nahm sich vor, künftig alles genau zu erklären.

Auch Experten machen Fehler

Peinlich, peinlich! Einmal ist Rolf Seelmann- Eggebert etwas echt Unangenehmes passiert. Es war bei einem Treffen mit dem König von Belgien. Rolf Seelmann-Eggebert sollte einen Film über König und Königin machen. Und es ist üblich, dass man bei der Begrüßung immer zuerst dem König die Hand gibt.

Doch der Experte ging auf das Paar zu. Die Königin machte noch eine Bewegung mit der Hand: Sie zeigte mit dem Finger auf den König.

Ein Geheimzeichen nach dem Motto: "Pass auf! Du musst erst dem König die Hand geben!" Aber Herr Seelmann-Eggebert verstand das nicht: Er gab der Königin die Hand und verbeugte sich leicht. Denn bei uns gilt es als höflich, zuerst der Frau die Hand zu schütteln.

Doch eben nicht im belgischen Königshaus und beim Handgeben fiel das dem Reporter wieder ein. Zum Glück nahm der König ihm das nicht krumm. Er durfte trotzdem seinen Film drehen.

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