Sozialwahl: Bei Gesundheit und Rente mitbestimmen

Der rote Umschlag - nicht ganz so groß, aber doch auffällig!

Sozialwahl, was soll das denn sein? Viele haben den Brief mit den Stimmzetteln, der in den letzten Wochen bei ihnen eintrudelte, wohl ungeöffnet in den Papierkorb geworfen.

Dabei ist die Sozialwahl eine sinnvolle Sache. Und leider auch eine ziemlich komplizierte...

Wer bis zum 1. Juni seinen Stimmzettel zurückgeschickt hat, kann mitbestimmen, wie seine Renten- und Krankenversicherung arbeitet. Eine Versicherung funktioniert so: Man zahlt regelmäßig etwas Geld in eine Art großen Topf. Wenn man dann krank wird oder in den Ruhestand geht, bekommt man aus diesem Topf Unterstützung - zum Beispiel Geld für die Behandlung oder eine monatliche Rente. Man ist abgesichert.

Es gibt viele verschiedene Organisationen, die Versicherungen anbieten. Bei manchen gibt es eine Art Parlament - also eine Versammlung, die für die Interessen der Versicherten eintritt. Die Leute, die in der Parlamenten sitzen, sollen den Chefs ihrer Versicherungen auf die Finger gucken. Wer zu diesen Parlamenten gehören soll, dürfen die Mitglieder der Versicherung bei der Sozialwahl entscheiden. So eine Wahl findet alle paar Jahre statt.

Im Prinzip darf jeder wählen, der mindestens 16 Jahre alt ist und in eine der fünf Krankenkassen oder in die Rentenversicherung einzahlt, die bei der Wahl mitmachen.

Was die Sache so kompliziert macht: Viele Versicherte wissen nicht, was sie ankreuzen sollen. Denn auf den Wahlzetteln stehen keine einzelnen Leute, sondern nur Gruppen. Über das, was die vorhaben, verrät der Stimmzettel nichts. Auch so was wie Wahlkampf mit einem Streit über die besten Ideen gibt es vor Sozialwahlen nicht. Deshalb wissen viele Wähler nicht, wer sich zum Beispiel dafür einsetzt, dass die Beratung bei der Krankenkasse verbessert wird. Oder dass sie künftig auch die Kosten für bestimmte Impfungen übernimmt.

Fachleute kritisieren auch, dass nur bei einer Handvoll Krankenkassen gewählt wird. Bei den meisten Versicherungen können die Mitglieder nicht so viel mitbestimmen.

Bundesministerium für Arbeit

Sozialversicherungen

Kommentare