Sitzt da was im Korb? - Hummerfischer auf Helgoland

Auf Jagd: Klaus Walter Grahmann von der Insel Helgoland fängt seltene Tiere, nämlich die Hummer.

Jeden Tag steigt Klaus Walter Grahmann in sein grün-weißes Boot. Er zieht eine dicke Jacke über, wirft den Motor an und hält Kurs aus dem kleinen Hafen hinaus aufs offene Meer. Klaus Walter Grahmann ist Fischer. Er lebt auf Helgoland, einer kleinen Insel weit draußen in der Nordsee.

Aber Klaus Walter Grahmann ist kein gewöhnlicher Fischer. Der 67-Jährige fängt nämlich keine Fische, sondern Hummer. Und die gibt es in Deutschland in der Regel nur bei Helgoland.

Um Hummer zu fangen, braucht Klaus Walter Grahmann ein besonderes Instrument: einen Hummerkorb. Das ist ein rechteckiges Metallgestell. Um dieses Gestell ist ein Netz gespannt. In dem Netz ist ein kleines Loch. Da hinein soll der Hummer kriechen. Der Fischer muss ihn dazu aber erst anlocken: mit Dorsch oder Scholle, die Lieblingsfische der Hummer.

Klaus Walter Grahmann hängt jeden Tag ein paar Hummerkörbe ins Meer, an einer langen Leine. Seine Körbe sind etwa so groß wie ein Kasten Wasser. Sie müssen unter Wasser stehen. Der Fischer sucht sich dazu eine Stelle, wo viele Hummer wohnen: in der Nähe von Felsen und an Klippen.

Erst wenn die Sonne untergegangen ist, kriechen die Hummer aus ihren Höhlen und suchen nach Futter. Riechen sie dann die Fische, die Klaus Walter Grahmann für sie bereitgelegt hat, krabbeln sie manchmal durch das kleine Loch in den Korb, fressen die Fische - und bleiben in der Falle.

Am nächsten Tag sieht der Fischer nach, ob ein Hummer im Korb sitzt. Dazu zieht er an der Leine die Körbe wieder in sein Boot. Hat er ein paar Hummer gefangen, verkauft er sie an Restaurants auf der Insel. Die machen dann zum Beispiel Hummersuppe daraus. Hummer gelten in vielen Ländern als Leckerbissen. Sie sind sehr teuer.

Trotzdem kann man bei uns mit Hummerfischen nicht reich werden. Denn es leben nicht mehr viele Hummer um Helgoland. Früher, noch vor rund siebzig Jahren, gab es dort sehr viele Tiere. Und deshalb auch viele Hummerfischer. Heute leben deutlich weniger Hummer zwischen den Felsen der Insel. Sie sind bedroht - und wenn man einige von ihnen fangen will, muss man sehr strenge Regeln beachten. Das lohnt sich nicht mehr. Deshalb ist Klaus Walter Grahmann einer der letzten Hummerfischer in Deutschland.

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