Selten und kostbar - Safran würzt und färbt

Ein richtig kleiner Schatz, soviel Safran auf einmal!

Safran macht zwei Sachen auf einmal: Dinge gelb färben und würzen. Aber das Gewürz kann sich nicht jeder leisten, denn Safran ist sehr selten und eines der kostbarsten Gewürze der Welt.

"Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen." Das Kinderlied ist sehr bekannt. Doch habt ihr auch schon mal bei der Zeile "Safran macht den Kuchen gel" gestockt, weil ihr sie nicht versteht? Gel soll sich auf Mehl reimen - deshalb fehlt der Buchstabe "b" am Ende. Eigentlich ist gelb gemeint. Denn Safran färbt gelb. Zum Beispiel Kuchen und Reis. Das verrät schon der Name: Safran kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie "gelb sein".

Safran ist eines der wertvollsten Gewürze der Welt, erklärt ein Experte. Manche sprechen auch vom "roten Gold", wenn sie das rötliche Gewürz meinen. Safran ist so teuer, weil es sehr mühsam ist, ihn zu ernten. Und weil er selten vorkommt.

Die Blume, die auch Safran heißt, ist eine Krokusart und blüht im Herbst. In dieser Zeit wachsen in den violetten Blüten meist drei dünne Fädchen, die Narbenfäden oder Stempelfäden genannt werden. Sie sind rötlich. Mehrere zehntausend Stück ergeben ein Kilo Safran.

Die Fäden werden meistens einzeln mit der Hand aus den Blüten gezupft und zum Trocknen in die Sonne oder über einen Ofen gelegt. So werden sie zum Gewürz. Heute wird Safran zum Beispiel im Iran und in Indien in Asien angebaut. Oder auch in den europäischen Ländern Griechenland und Spanien. Wichtig sind unter anderem trockene und sandige Böden.

Safran wird als ganzer Faden oder gemahlen als Pulver verkauft. Er schmeckt bitter-süß und ein bisschen scharf. Zum Würzen reicht meist eine Messerspitze. Weil Safran so teuer ist, verwenden ihn aber nur wenige Köche, erklärt ein Experte. Außerdem warnt er: "Safran sollte nicht mit zu vielen anderen Gewürzen gemischt werden, sonst schmeckt man ihn nicht mehr." Damit der Geschmack erhalten bleibt, sollte man das Gewürz auch luftdicht in einem dunklen Behälter aufbewahren.

Einige Leute verwenden das Gewürz als Heilmittel bei Magen-Darm-Problemen. Zu viel davon kann dem Körper aber auch schaden. Solche Mengen Safran nimmt jedoch kaum jemand zu sich. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, wenn ihr zwei Teller Safran-Reis verputzt. Die medizinische Wirkung war vor allem früher wichtig, als es noch nicht so viele Medikamente gab. Denn schon vor vielen Tausend Jahren nutzten Menschen Safran.

Viele Sagen über das Gewürz

Übrigens: Über Safran gibt es sehr viele Sagen. Bei solchen Geschichten weiß man heute nicht genau, ob sie wirklich stimmen.

Zum Beispiel erzählen einige Leute, dass Kaiser Nero vor etwa 1900 Jahren die Straßen Roms mit Safran bestreuen ließ. Damit wollte er zeigen, wie reich er ist.

Andere Erzählungen handeln von Safranfälschern. Weil das Gewürz immer schon sehr teuer war, schummelten einige Händler. Sie verkauften rötliches Pulver als Safran, das gar kein echter Safran war. In Wahrheit hatten sie andere Pflanzen gemahlen und gefärbt. Wer beim Betrügen erwischt wurde, wurde meist hart bestraft

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