Seekühe: Gutmütige Dickhäuter der Meere

Seekuh Mia lässt es sich gutgehen im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin.

Therese und Mia lassen es sich schmecken. Genüsslich verschlingen sie einen Salatkopf nach dem anderen. Kohlköpfe sind auch dabei. Lecker dieses Grünzeug.

Therese und Mia sind zwei von fünf Manatis im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin. Gibt es etwas zu futtern, lassen sich die Damen nicht lange bitten. Ob Salat, Kohl, Möhren oder weichgekochte Kartoffeln - den Seekühen mit der runden Schwanzflosse schmeckt alles, was Pflanze ist.

Am liebsten mögen die Zootiere aber frisches Gemüse. Zum Beispiel Zucchini, Auberginen und Brokkoli. Mit ihren wulstigen Oberlippen klauben sie sich zur Fütterungszeit das Grünzeug von der Wasseroberfläche. Auftauchen müssen sie dabei kaum. Sie ziehen das Futter einfach mit ihren Lippen nach unten. Praktisch ist: Die Tiere können die linke und die rechte Lippenhälfte wie zwei Greifer getrennt voneinander bewegen.

Hintergrund

Wusstest du, dass Seefahrer Seekühe früher für Meerjungfrauen hielten? Zugegeben - so anmutig wie Arielle aus dem Kinofilm ist eine Seekuh nicht gerade. Trotzdem wurden Dugongs - Seekühe mit einer gegabelten Schwanzflosse - von Seefahrern oft für Menschen gehalten. Ein Grund: Weibliche Dugongs haben zwei Brüste direkt am Brustkorb. Halten sie dann noch zum Säugen ein Junges in ihren Flossen, sehen sie ein bisschen aus wie eine Menschen-Frau.

Seekühe sind Säugetiere, genauer gesagt: im Wasser lebende Säugetiere. Sie haben einen tonnenförmigen Körper, eine dicke, raue Haut, zwei Vorderflossen und eine platte Schnauze. Seekühe mit runder Schwanzflosse heißen Manatis, solche mit gegabelter Schwanzflosse Dugongs. Beide Gruppen lieben es mollig warm. Freilebende Seekühe leben deshalb am liebsten an warmen Küsten. Zum Beispiel in der Karibik, vor der Südküste Nordamerikas oder an den Küsten des Indischen Ozeans.

Natürlich muss es dort ausreichend Futter geben. Denn Seekühe fressen mehrere Stunden am Tag. Seegras, Algen, Meersalat - Selbst die Blätter von herabhängenden Zweigen werden von den Dickhäutern der Meere verspeist. Und zwar kiloweise. Schließlich können die größten Tiere unter ihnen so schwer wie ein kleines Auto und mehr als vier Meter lang werden. Trotz ihrer Größe ist von einer Seekuh vom Ufer aus selten viel zu sehen. Nur die Nasenspitze mit ihren großen kreisrunden Nasenlöchern lugt aus dem Wasser.

Welche Seekuh schwimmt denn da?

Auf die Flosse kommt es an: Forscher teilen die Seekühe in zwei Gruppen ein. Die Gruppe kann man am besten an ihrer Schwanzflosse erkennen. Ist die Flosse rund, gehören die Tiere zu den Manatis oder Rundschwanz-Seekühen. Ist sie dagegen gegabelt, spricht man von Dugongs oder Gabelschwanz-Seekühen.

Manatis leben vor allem an den Küsten des Atlantischen Ozeans von Amerika bis an die Westküste Afrikas. Drei Seekuharten gehören zu den Manatis. Sie leben in Küstengewässern und manchmal auch in Flussmündungen, wo sich Süß- und Salzwasser vermischen. Eine Art ist der Flussmanati, manche sagen auch Amazonas-Manati. Er lebt nur im Süßwasser. Genauer gesagt im Fluss Amazonas etwa in Brasilien und in Nebenflüssen und Zuflüssen des Amazonas.

Von den Dugongs gibt es dagegen heute nur noch eine einzige Art. Die Tiere leben im Indischen Ozean von Ostafrika bis Australien. Dugongs sind kleiner als Manatis und wiegen selten mehr als 400 Kilogramm.

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