Schweinestall: Durchs All fliegt jede Menge Schrott

Ganz schön viel Schrott: Auf einem Computer wird der Weltraummüll simuliert.

Was für ein Schweinestall! Nein, nicht dein Zimmer - das Weltall. Denn überall fliegt Müll herum, teilweise riesige Stücke, für die sich niemand verantwortlich fühlt.

Und das wird zu einem immer größeren Problem. Fachleute fürchten: Irgendwann ist es im All so vermüllt, dass es schwierig sein wird, dort überhaupt noch hinzufahren.

Was aber schwirrt im All genau herum? Zum Weltraum-Schrott gehören zum Beispiel alte Raketen-Reste, kaputte Satelliten oder andere Trümmer. Das ist kein Wunder: Seit Jahren schicken wir Menschen riesige Geräte ins All. Wenn die dann aber zum Beispiel kaputt gehen, bleiben sie da oben. Vor einigen Jahren kreiste sogar auch eine Werkzeug-Tasche durchs All. Sie war von einer Raumfähre verloren gegangen.

Dieser Weltraum-Schrott kann auch gefährlich sein, gerade für die Internationale Raumstation ISS. Denn Schrott kann auch gegen die ISS prallen und dort Löcher in die Außenseite reißen. Das könnte für die darin wohnenden Astronauten ziemlich gefährlich werden. Deswegen wird die ISS auch durch spezielle Platten und dicke Matten gegen kleine Objekte geschützt. Sind die Schrott-Teile größer als etwa zehn Zentimeter, muss die ISS sogar ausweichen.

"Irgendwann wimmelt es von so vielen Trümmer-Teilen im All, dass der Weltraum dicht ist", sagt Professor Felix Huber. Er arbeitet beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln in Nordrhein-Westfalen. Er weiß: Grob geschätzt schwirren rund um die Erde mehr als 600 000 Objekte, die größer als ein Zentimeter sind. Also mindestens so groß wie Ein-Cent-Münzen.

Das Problem ist dabei: Kein Land fühlt sich zum Aufräumen verpflichtet. Deswegen könnte der Weltraum bald so aussehen wie ein Dachboden voller Gerümpel.

Also, was tun? Es gibt verschiedene Möglichkeit, wie man den Weltraum-Müll beseitigen könnte. Zum Beispiel mit einer Art Weltraum-Müllwagen zum Schrott-Einsammeln, das wäre aber sicher sehr teuer. Eine andere Lösung sind Laser, also spezielle Licht-Strahlen. Mit denen könnte man den Schrott vielleicht kleinschießen. Doch noch gibt es so was nicht.

Einfacher wäre wohl eine Verschmutzungs-Gebühr. Dann müsste jeder eine Strafe zahlen, der im All Müll verursacht und nicht aufräumt. Fachleute hoffen: Dann lassen die Forscher und Länder vielleicht weniger Schrott durchs All fliegen!

Der Weltraum als Schatzkiste

Wusstest du, dass der Weltraum ein bisschen wie eine riesige Schatzkiste ist? Es kostet nämlich enorm viel Geld, Sachen ins Weltall zu transportieren. Allein um ein Kilogramm Material dort hinzubringen muss man umgerechnet 16 000 Euro zahlen. So teuer ist in etwa ein kleineres Auto, wenn man es neu kauft.

Die Internationale Raumstation ISS wiegt rund 400 000 Kilogramm. Damit hat es mehrere Milliarden Euro gekostet, das ganze Zeug für die ISS ins All zu kriegen. Für diese Summe könnte sich zum Beispiel ein sehr reicher Popstar wie Justin Bieber viele Super-Luxusvillen kaufen - wenn er das Geld dazu hätte.

Und der ganze Weltraum-Schrott der da draußen rumfliegt war einmal wertvoll - und ist es vielleicht manchmal immer noch. Immerhin steckt da jede Menge teure Technik drin.

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