Schüler statt Soldaten fahren bald mit Römerschiff

Ein Arbeiter ist am Nachbau eines römischen Flusskriegsschiffes beschäftigt. Bald soll die "Lusoria Rhenana" zum ersten Mal ins Wasser gelassen werden - und zwar in den Fluss Rhein.

Der Bug des römischen Kriegsschiffes ragt spitz und gebogen wie ein Dorn in die Höhe. Das Schiff ist länger als ein Schulbus und steht in einer Halle im rheinland-pfälzischen Ort Germersheim. Die letzten dumpfen Hammerschläge des Bootsbaumeisters dröhnen durch den riesigen Raum.

Geschichtsexperten, Studenten, Freiwillige und Schüler haben das Schiff gebaut. Am kommenden Donnerstag soll die "Lusoria Rhenana" zum ersten Mal ins Wasser gelassen werden - und zwar in den Fluss Rhein.

Römische Soldaten ruderten Schiffe wie dieses vor mehr als 1500 Jahren bei uns über die Flüsse. Sie fuhren Patrouille, um zum Beispiel ihre Grenzen zu sichern und plündernde Germanen bei ihrer Flucht über den Rhein abzupassen.

Das nachgebaute Schiff bietet Platz für 24 Ruderer und wiegt so viel wie ein großer Elefant - sechs Tonnen. Ein Kunstschmied hat dafür mehr als 3000 Eisennägel angefertigt. Wenn es fertig ist, sollen Besuchergruppen und Schulklassen damit über Baggerseen und Flussarme fahren. Und so etwas über die römische Geschichte und die Landschaft lernen. "Wie ein schwimmendes Klassenzimmer", sagt einer der Helfer.

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