Was passiert beim Kitzeln

Orang-Utan Naru krümmt sich vor Lachen, als er gekitzelt wird.

Schön und schrecklich zugleich fühlt sich so eine Kitzelattacke an. Wir lachen und zugleich verziehen wir unser Gesicht, als würde etwas wehtun. Merkwürdig, oder?

Stopp, Aufhören! Ich kann nicht mehr! Bestimmt hast du schon mal gekreischt, wenn dich jemand gekitzelt hat. Wissenschaftler rätseln seit langem, was es mit dem Kitzeln auf sich hat.

Denn nicht nur Menschen sind kitzlig, sondern auch einige Tiere, zum Beispiel Affen. Was soll also das komische Gestrampel und Gezucke bei einer Kitzelattacke? Irgendwas muss sich die Natur doch dabei gedacht haben.

Forscher vermuten, dass unsere Reaktion auf Kitzeln unserem Schutz dient. Wenn uns etwas berührt, könnte Gefahr drohen. Das kann eine kleine Mücke sein, die sich sanft auf unsere Haut setzt und stechen will. Oder ein größerer Feind, der uns plötzlich angreift. Deshalb finden wir sanfte und auch plötzliche stärkere Berührungen kitzelig. Mit Zucken und Strampeln wollen wir den Feind abschütteln oder verscheuchen.

Wenn uns jemand mit einer Feder an der Fußsohle berührt, wissen wir zwar, dass keine Gefahr droht. Aber unser Körper kann nicht anders, als auf das Kitzeln mit Gezappel zu reagieren. Es ist ein Reflex. Und der hilft in der Natur seit Millionen von Jahren dabei, kitzlige Lebewesen besser vor Gefahren zu schützen.

Und das Gekreische? Das könnte den Experten nach Erleichterung sein. Nach einiger Zeit merkt das Gehirn beim Durchkitzeln nämlich: "Gar kein Feind da! Die Berührung an meinen Füßen ist gar nicht gefährlich - Glück gehabt." Darüber kann man dann lachen.

Aber warum kann man sich nicht selber Kitzeln? Schuld daran ist unser Gehirn, glauben Forscher. Es unterscheidet zwischen Berührungen von außen und solchen von uns selbst.

Was von außen kommt, ist wichtiger als was wir selber machen. Wenn deine Hand deinen Bauch berührt, denkt das Gehirn: "Kenn' ich schon, unwichtig." Deshalb reagiert es weniger empfindlich. Berührt aber eine fremde Hand deinen Bauch, ist das wichtiger. Daher gelangen die Nervensignale ungebremst zum Gehirn und sorgen für das Kitzelgefühl.

Übrigens: Früher war Kitzeln sogar eine Foltermethode. Dabei wurden die Fußsohlen von Menschen zum Beispiel mit Salz bestreut, das dann von einer Ziege abgeleckt wurde. Gar nicht lustig!

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