Schlangen in der Schule: Klasse hütet Tiere

Eine Schülerin hält eine Milchnatter in der Hand. Eine Frankfurter Klasse hat viele exotische Tiere im Klassenraum.

Ganz schön verrückt: In Hessen hütet eine Schulklasse mehrere Schlangen, Frösche, Salamander und andere Tiere. Die Lebewesen wohnen im Klassenraum der 6a in der Sophienschule in Frankfurt.

Insgesamt sind es16 Geckos, 4 Pythons und 2 Milchnattern. Und dann auch noch 8 Frösche, 2 Salamander, 3 Axolotl, 4 Hamster und viele Fische. "Das ist wie ein kleiner Zoo hier", sagt Schüler Yasin.

Die Idee hatte sein Klassenlehrer Robert Seipp. Der 46-Jährige war nicht immer Lehrer. Vorher reiste er als Reptilien-Forscher unter anderem durch Afrika und Südamerika. Er untersuchte viele Geckos und ist Experte für ausgefallene Tiere. Vor den Tieren im Klassenzimmer brauche niemand Angst haben, sagt er. "Wir haben nix Gefährliches und nix Giftiges."

Viele Jungs in der 6a finden besonders die Schlangen cool. Tristan trägt eine Milchnatter in den Händen. Das ist eine dünne Schlange mit rot-schwarz-weißen Streifen. Die hat er gerade aus dem Glaskasten genommen. Wie sich die Schlange anfühlt? "Ein bisschen glibberig", meint der Elfjährige.

Zum Fressen bekommen die Tiere Heuschrecken oder Fliegen. Die vier Pythons schlingen sogar ganze Mäuse runter. Die kommen gefrorenen aus dem Kühlschrank. Die Klasse hält die Gehege sauber. Manchmal messen die Schüler auch mit einem Lineal, wie lang die Tiere sind. Oder sie beobachten ihr Verhalten. Darüber sprechen sie dann in Mathe, Bio oder Erdkunde. Normalen Unterricht haben die Schüler aber trotzdem.

Manche Tiere haben schon Spitznamen. Ein Tiger-Salamander heißt Glitschi. "Das ist so süß, wenn der auf der Hand rumkrabbelt", sagt die zwölf Jahre alte Humeira. Eklig findet sie das feuchte Lebewesen nicht. "Ich find' die süß", sagt auch die elfjährige Charline. In einem Aquarium treiben auch Axolotls im Wasser. Das sind Lurche, die ein ulkiges Gesicht haben. Zwei heißen Carly und Diana. Bald soll auch ein Chamäleon in den Mini-Zoo einziehen.

Das "tierische Klassenzimmer" finden viele Menschen toll. Deswegen hat die Klasse im Moment viel Besuch: von anderen Kindern, von Eltern oder auch von Fernsehteams. "Wir sind Stars", sagt ein Schüler und verdrückt sich in die Pause. Lehrer Seipp guckt noch schnell, dass alle Tiere wieder in ihren Käfigen sind. Dann geht auch er.

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