Das Ruder-ABC mit dem Profi

In seiner Altersklasse ist der 18-jährige Felix Bach der beste Ruderer der Welt.

Wenn Felix rudert, ist sein ganzer Körper angespannt. Wer denkt, dass man bei diesem Sport faul im Boot sitzt und nur die Arme bewegt, der irrt sich: "Rudern muss man mit dem ganzen Körper, man braucht alle Muskeln", erklärt der 18-Jährige, der in Potsdam in Brandenburg lebt und trainiert.

Er fährt Einer. Das heißt, dass er alleine im Boot sitzt. "Man muss das Boot im Gleichgewicht halten, sich zum Beispiel auch mal gegen die Wellen stemmen und dafür sorgen, dass es möglichst wenig wackelt." Deshalb trainiert der junge Ruderer im Kraftraum nicht nur die Arme, sondern viele Muskeln des Körpers.

Außerdem braucht der junge Sportler viel Ausdauer. Die bekommt er zum Beispiel beim Laufen. Felix meint: "Gerade das macht mir Spaß, dass es so ein vielseitiger Sport ist." Und: "Wenn ich im Boot sitze, vergesse ich alles um mich herum. Dann bin ich da ganz allein, schaue nur auf die Heckspitze und rudere - mehr nicht. Das ist toll."

Felix Bach ist dabei sehr erfolgreich. Er hat schon zweimal einen Titel bei den Weltmeisterschaften der Junioren gewonnen. Außerdem ist er deutscher Meister. Und nun ist der Ruderer bei den Olympischen Jugendspielen dabei. Das ist ein riesiges Sportereignis für junge Athleten, das es zum ersten Mal gibt. "Das ist eine große Chance", sagt Felix. "Ich freue mich darauf und hoffe natürlich, dass ich dort auch gewinnen kann."

Vier Stunden trainiert der junge Ruderer fast jeden Tag, das ganze Jahr über. Im Sommer ist er oft auf dem Wasser. Im Winter, aber auch nur wenn es ganz kalt ist, geht Felix ins Fitnessstudio und trainiert auf dem Rudergerät. "Training tut weh", sagt Felix. Er meint: Es ist sehr anstrengend. Aber nach dem Training fühle er sich immer gut.

In zwei Jahren will der Schüler sein Abitur machen, dann vielleicht studieren oder erst mal Sport zu seinem Beruf machen. Er geht auf eine Sportschule. Der Stundenplan ist so zusammengestellt, dass die Schüler immer abwechselnd Unterricht haben und zum Training gehen können. Außerdem wird viel Rücksicht auf Wettbewerbe genommen.

Ruder-Weltmeister: Ich war auch mal Letzter

Felix Bach ist riesengroß: Der 18-Jährige misst etwa zwei Meter. Er hat sehr viele Muskeln und ist sehr sportlich. Denn Felix Bach ist Ruderer und trainiert hart für seinen Sport. Mit Erfolg: Zweimal ist er schon Junioren-Weltmeister geworden.

Und in ein paar Tagen setzt er sich bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur in Asien ins Ruderboot. Felix Bach lebt und trainiert in Potsdam in Brandenburg. dpa-Nachrichten für Kinder erzählte der junge Topsportler, dass er nie weiß, ob seine Gegner ihn beim nächsten Mal nicht abhängen.

Wie bist du im Rudern so schnell geworden?

Felix Bach: "Erstmal war ich langsamer. Im Jahr 2004 bin ich bei meinem ersten größeren Wettkampf gestartet. Ich kam auf den allerletzten Platz, noch 20 Sekunden hinter dem letzten Teilnehmer. Das hat mich richtig genervt und ich habe beschlossen, dass mir das nie wieder passieren soll. Ich habe mehr trainiert und alles dafür getan, dass ich bald gewinne. Im nächsten Jahr lief es schon viel besser."

Kann dich nun keiner mehr schlagen?

Felix Bach: "Es läuft wirklich gut für mich im Moment. Das verdanke ich auch meinem Trainer Steffen Becker. Er ist der Beste, durch ihn bin ich viel stärker geworden. Aber man kann sich natürlich nie sicher sein, ob nicht beim nächsten Wettkampf ein anderer Sportler plötzlich schneller ist."

Was willst du bei den Olympischen Jugendspielen erreichen?

Felix Bach: "Ich will natürlich gegen die anderen gewinnen. Aber bei diesen Spielen geht es auch darum, eine andere Kultur kennenzulernen und Menschen aus fremden Ländern zu treffen. Ich bin sehr gespannt auf Singapur und die anderen Sportler."

Willst du irgendwann auch bei den Olympischen Spielen für erwachsene Sportler starten?

Felix Bach: "Ja, die Olympischen Spiele 2012 in London sind mein großes Ziel. Damit ich dort dabei sein darf, muss ich bei den Wettkämpfen vor allem im nächsten Jahr sehr gute Leistungen zeigen, um mich zu qualifizieren."

Ruder heißen Skulls

Viele sagen Ruder dazu: zu den langen Dingern, mit denen Sportler ein Ruderboot vorwärts bewegen. Sie heißen unter Fachleuten aber eigentlich "Skulls". Das wird "Skalls" ausgesprochen. Das Wort kommt aus dem Englischen. Dort bedeutet "scull" so viel wie "rudern".

Ruderer haben meist zwei Skulls: Jeweils eins halten sie in jeder Hand. Das breite Stück vorn, das man beim Rudern durchs Wasser zieht, nennt man Blatt.

Einige Ruderer benutzen sogenannte Riemen statt Skulls. Die sind länger als Skulls und haben ein größeres Blatt. Der Ruderer bewegt dann nur einen Riemen mit beiden Händen. In dem Boot sitzen dann zum Beispiel zwei oder vier Ruderer, damit das Boot geradeaus fährt.

Rudern Ausprobieren? Am besten im Verein

Ihr wollt das Rudern mal ausprobieren? Dann sucht euch am besten einen Verein in eurer Nähe, der diesen Sport anbietet. Dort können euch Trainer zeigen, wie man das manchmal kippelige Boot unter Kontrolle hält.

Außerdem haben die Vereine meistens alles, was man zum Rudern braucht: etwa Boote, Skulls und Trainingsgeräte. Dann braucht man kein eigenes Boot und eigene Paddel, was gerade am Anfang sehr teuer wäre. Auch der 18 Jahre alte Topsportler Felix Bach trainiert mit den Booten seines Vereins. Er hat nur eigene Skulls, die genau an ihn und seine Größe angepasst sind.

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