Recycling: Wie aus alten Zeitungen etwas Neues wird

Splatsch! Altpapier und Wasser werden zu einer grauen Pampe vermischt: Aus ihr wird neues Papier gemacht.

In der Papierfabrik ist es so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Die Luft fühlt sich warm und etwas klebrig an. Der Fußboden ist glitschig. Denn um Papier herzustellen, braucht man viel Wasser und Wärme. Darum ist die Luft hier so feucht.

Das Tolle an dieser Fabrik in den Niederlanden ist, dass sie vor allem Altpapier für ihre Produkte benutzt - also Papier, das vorher jemand weggeworfen hat. Das weggeworfene Papier muss in einer Fabrik bearbeitet werden. So kann wieder schönes neues Papier oder eine Papp-Schachtel daraus werden. Für dieses Noch-einmal-Verwerten gibt es ein englisches Wort: Recycling (gesprochen: ri-sai-kling).

Aber fangen wir mal ganz von vorne an: Auch du wirfst bestimmt manchmal Papier weg - eine alte Zeitschrift zum Beispiel. Wichtig ist, dass es nicht beim normalen Müll landet - Papier ist schließlich wertvoll.

Altpapier wird häufig in blauen Mülltonnen oder speziellen Containern gesammelt. Sie stehen zum Beispiel vor Wohnhäusern. Dort werden sie regelmäßig mit Spezial-Lastwagen eingesammelt. Diese großen Laster bringen das ganze Altpapier in eine Fabrik - also vielleicht auch deine weggeworfene Zeitung.

Eine solche Fabrik gibt es zum Beispiel in Haren in Niedersachsen. Dort sortiert eine Maschine das Papier. Riesige Berge von Papp-Kartons, Zeitschriften, Zeitungen, alten Schulheften und Papierfetzen laufen dort über Förderbänder. Sortiert wird das Papier nach Gewicht und Größe der Teile.

Leider werfen die Leute manchmal nicht nur Papier und Pappe in die blaue Tonne. Darum muss die Maschine in der Fabrik auch noch das herausfiltern, was nicht dahingehört. Viel Plastik ist zum Beispiel dabei. Das Filtern passiert unter anderem mit Hilfe eines Siebs.

Ist das Papier sortiert, presst die Maschine es in große und schwere Ballen. Zwei davon können etwa so viel wiegen wie ein Elefant! Gut verschnürt verkauft die Firma das Papier an Papierfabriken auf der ganzen Welt, sogar bis nach China.

Auch die Papier-Fabrik in den Niederlanden bekommt so einen Teil ihres Altpapiers. Daraus stellt sie Recycling-Pappe her. Möglicherweise hast du von dieser Pappe auch etwas zu Hause: Denn sie wird häufig benutzt, um daraus Buch-Einbände herzustellen. Und Schachteln für Spiele oder Ordner für die Schule und das Büro. Vielleicht also steht die alte Zeitung, die du weggeworfen hast, jetzt sogar als Buch wieder in deinem Regal!

Bei uns gibt es irre viel Altpapier

Zeitungen, Briefe und Schulhefte: Bei uns gibt es irre viel Altpapier. Die Papier-Fabriken in Deutschland haben im vergangenen Jahr zum Beispiel mehr als 15 Millionen Tonnen Altpapier verbraucht. Um das ganze Papier zu transportieren, brauchte man grob geschätzt mehr als eine Millionen Laster.

Mit dem Altpapier stellen die Fabriken neues Papier her. Dafür mischen sie es oft noch mit etwas neuem Papier. Eine neue Papp-Schachtel zum Beispiel besteht zum größten Teil aus Altpapier. Und zu einem kleinen Teil aus neuem Papier.

Aus Altpapier werden aber auch andere Dinge gemacht. Zum Beispiel Kartons und andere Verpackungen, Toilettenpapier und Taschentücher.

Was darf in die Altpapier-Tonne?

Zeitungen und Zeitschriften können in die Altpapier-Tonne geworfen werden. Das ist klar. Auch Papier-Zettel, Pappe, Schulhefte oder Broschüren sind bei den Papierfabriken willkommen. Das gilt auch für viele Bücher - allerdings ohne Plastikhülle oder beschichtete Außenseite.

Anders sieht es aus mit Getränkekartons. Sie gehören nicht in die Altpapier-Tonne. Auch alte Tapeten oder mit Kunststoff beschichtete Papiere sollten draußen bleiben. Wenn zu viele Klebestreifen auf dem Papier sind, hat es im Altpapier auch nichts zu suchen.

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