Räuber mit gezackten Zähnen: Saurier aus dem Süden

In Argentinien liegen noch viele Reste von Dinosauriern begraben. Immer wieder entdecken Forscher dort neue Arten. Zum Beispiel den Austroraptor, den "Räuber des Südens". Er wurde erst vor kurzem gefunden und benannt.

Tyrannosaurus rex? Kennt ihr. Stegosaurus? Klaro. Aber habt auch schon mal vom Argentinosaurus oder vom Giganotosaurus gehört?

Falls nicht, dann liegt das vielleicht daran, dass sie bei uns gar nicht vorkamen. Es gab sie nämlich nur auf der südlichen Halbkugel der Erde. "Im Süden haben ganz andere Dinosaurier gelebt als im Norden", erklärt Dino-Forscher Bernd Herkner. Warum?

Vor rund 300 Millionen Jahren hatte sich fast alles Land der Erde zu einem gewaltigen Kontinent zusammengeschoben. Er hieß "Pangaea". Ein sehr großer Teil von Pangaea war Wüste. Über andere Gegenden erstreckten sich riesige, heiße Sümpfe.

"Vor etwa 200 Millionen Jahren ist dieser Kontinent in zwei Teile gebrochen", erklärt Bernd Herkner. Das passierte zwar enorm langsam. Doch nach und nach wurden die Dinos getrennt. Es gab einen Erdteil im Norden und einen im Süden. Und auf beiden Teilen entwickelten sich unterschiedliche Lebewesen.

Einer von den südlichen Sauriern ist der Argentinosaurus: Er ist sogar der größte Dino, der je entdeckt wurde. Er war rund 40 Meter lang - etwa so lang wie drei Busse hintereinander. Seine Knochen wurden in Argentinien gefunden, einem Land in Südamerika. Daher stammt auch sein Name. Das Tier wog wohl etwa so viel wie 80 kleine Autos. Der Argentinosaurus fraß Pflanzen und ging wie ein Elefant auf vier Beinen.

Im Süden jagte auch einer der größte Fleischfresser aller Zeiten nach Beute: der Giganotosaurus. Sein gigantischer Schädel konnte wohl fast zwei Meter lang werden. Dort hätte ein ganzer Mensch hineingepasst. Auch dieser Saurier wurde in Argentinien ausgegraben. Die Riesenechse lebte vor etwa 95 Millionen Jahren. Sie lief auf zwei Beinen und hatte kurze Arme. Ihre scharfen Zähne waren am Rand gezackt wie eine Säge.

Von der Südhalbkugel sind aber nicht nur sehr große, sondern auch sehr alte Tiere bekannt, erklärt Fachmann Bernd Herkner. Experten entdeckten dort zum Beispiel den Lagosuchus, einen möglichen Vorfahren der Dinosaurier. Er lebte vor sehr langer Zeit, vor etwa 230 Millionen Jahren. Er war nur ungefähr groß wie eine Krähe.

In Argentinien liegen wohl noch viele Reste von Dinosauriern begraben. Immer wieder entdecken Forscher dort neue Arten. Zum Beispiel den Austroraptor, den "Räuber des Südens". Er wurde erst vor kurzem gefunden und benannt.

Warum starben die Dinos aus?

Am Ende der Kreidezeit - vor rund 65 Millionen Jahren - verschwanden die Dinosaurier von der Erde. Über die Gründe streiten sich Forscher noch heute.

Viele glauben, dass damals ein großer Gesteinsbrocken auf die Erde einschlug. Der Meteorit kam aus dem Weltall. Er sprengte einen gigantischen Krater in die Erde. Durch den aufgewirbelten Staub veränderte sich vielleicht das Klima. Viele Pflanzen gingen kaputt. Die Dinos fanden unter anderem nicht mehr genug Nahrung. Sie starben aus. Dabei spielten aber vermutlich noch andere Gründe eine Rolle.

Verwandte der Dinos: Vögel

Wusstest du, dass Vögel wahrscheinlich eng mit den Dinosauriern verwandt sind? Viele Forscher vermuten, dass die heutigen Vögel von Raubsauriern abstammen.

Manche dieser Dinos hatten auch bereits Federn. Fliegen konnten sie damit aber ziemlich sicher noch nicht. Wissenschaftler meinen, dass die Federn anfangs eher dazu da waren, die Tiere warm zu halten. Auch Krokodile zählen zu den Verwandten der Dinos. Sie entstanden etwa zur gleichen Zeit wie die Dinos. Aber die Krokodile starben nicht aus.

Wie neue Dinos einen Namen bekommen

Ein neuer Dinosaurier! Aber wie soll er nur heißen? Wenn ein Forscher eine noch unbekannte Dino-Art entdeckt, dann darf er sich in der Regel auch einen Namen dafür ausdenken. Oft versucht er dann, das Tier zu beschreiben. "Triceratops" zum Beispiel bedeutet Dreihorngesicht, weil der Dino drei Hörner hatte. Oft werden Saurier aber zum Beispiel auch nach berühmten Personen oder nach ihrem Fundort benannt. (dpa)

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