Projekt für Umweltschutz: Bunte Ketten aus Müll

Die Schülerinnen basteln Perlenketten aus alten Zeitungen.

Mit flinken Händen sind die Mädchen bei der Arbeit: Sie basteln bunte Ketten aus alten Zeitungen. Dafür wickeln die Schülerinnen der siebten Klasse Papierstreifen auf Holzstäbchen, bemalen und lackieren sie.

Ihre Schule liegt in dem Dorf Ramun im Westjordanland. So heißt ein Gebiet östlich des Mittelmeeres. Es grenzt an die Staaten Israel und Jordanien.

Die Mädchen in Ramun machen bei einem Projekt für mehr Umweltschutz mit. Deshalb basteln sie Schmuck aus Müll. "Die Idee ist, dass die Mädchen darüber nachdenken, wie man Abfall wieder verwenden kann", erklärt eine Abfall-Expertin.

Die Zwölfjährigen kichern viel und haben Spaß. Einige von ihnen tragen weiße Kopftücher, andere offenes Haar. "Ich mag diese Bastelarbeiten", sagt Jasmin, ein dunkelhaariges Mädchen mit leuchtenden braunen Augen. Auf dem Tisch der Projektleiterin liegt ein Buch. Darin ist für Kinder erklärt, wie man seinen Abfall richtig entsorgt.

Im Westjordanland ist Müll nämlich noch ein größeres Problem als bei uns. Dort werfen ihn Leute oft einfach irgendwo hin - und dann liegt er in der Gegend herum. Das ist hässlich und vor allem ungesund. Der Müll verschmutzt zum Beispiel das Trinkwasser und schadet der Natur.

In der Nähe der großen Stadt Ramallah türmt sich der Müll zu einem riesigen, stinkenden Berg. Man nennt das eine wilde Halde. Davon gibt es in der Gegend viele. Immer wieder kommen Müllwagen angefahren und kippen neuen Abfall auf den Haufen. Der könnte bald einstürzen, so groß ist er schon. Der Boden unter der Halde ist nicht abgedichtet. Deshalb können viele der Giftstoffe ins Grundwasser sickern.

Um etwas gegen die wilden Halden zu tun, soll in der Nähe des Dorfes Ramun in den nächsten Jahren eine geordnete Mülldeponie entstehen. Auch deutsche Experten helfen dabei mit.

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