Profi-Gequatsche: Der olympische Geist

In Singapur dabei: Mountainbike-Fahrerin Verena Brunner (17)

Ein Geist geht um, aber keiner erschreckt sich vor ihm. Im Gegenteil: Wo er auftaucht, ist er herzlich willkommen. Was das für ein netter Geist ist? Der olympische Geist! Er soll Frieden und Fairness bringen. Auch jetzt bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur.

Darum soll es nämlich bei Olympischen Spielen gehen: Sportler aus der ganzen Welt treffen sich zum gemeinsamen Wettkampf, lernen sich kennen und respektieren. Athleten und Zuschauer feiern ein großes Fest zusammen! Tollen Sport abzuliefern, ist natürlich wichtig. Aber niemand soll nur an den Olympischen Spielen teilnehmen, weil er unbedingt gewinnen will. Das Miteinander spielt auch eine Rolle.

Aber die meisten Menschen glauben nicht daran, dass es Geister wirklich gibt. Und an den olympischen Geist glauben viele auch nicht mehr so recht. Sie sagen, eigentlich gehe es bei den Olympischen Spielen nur noch darum, viel Geld zu verdienen - vor allem für die Ausrichter. Dann gibt es manchmal Sportler, die sich unerlaubt dopen, um besser zu werden und zu gewinnen. Sie sind also alles andere als fair. Und es ist schon vorgekommen, dass nicht das Miteinander, sondern das Gegeneinander von Menschen und Ländern im Vordergrund stand.

Doch es gibt auch gute Gründe, daran zu glauben, dass der olympische Geist noch existiert. 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking zum Beispiel ist er aufgetaucht. Da standen zwei Sportlerinnen aus Russland und Georgien zusammen auf dem Siegerpodest. Sie umarmten sich herzlich und küssten sich - während ihre Länder sich heftig stritten. Das war ein Zeichen für den Frieden. Der olympische Geist ist dabei vor Freude in die Luft gehüpft!

Olympisches Dorf grün wie im Paradies

Wo sollen wir alle schlafen? Das fragt man sich manchmal schon, wenn man eine Klassenfahrt plant. Was aber, wenn Hunderte Leute unterkommen müssen?

Bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur zum Beispiel machen etwa 3600 Jugendliche mit. Sie kommen aus 205 Ländern. Die vielen jungen Leute und ihre Trainer müssen während der Wettkämpfe natürlich auch irgendwo schlafen. Dafür gibt es das olympische Dorf - darin sind mehr als 5000 Leute untergebracht.

"Es ist ganz friedlich im Dorf, obwohl dort so viele Menschen wohnen", erzählt die 17 Jahre alte Verena Brunner. Sie ist Mountainbike-Fahrerin und kommt aus Argentinien. Weil ihre Großmutter aber aus Deutschland kommt, spricht sie auch Deutsch.

Verena gefällt das olympische Dorf mit den Wohnblöcken sehr gut. "Jeder von uns hat ein Einzelzimmer mit Bad", beschreibt Verena. "Die Räume sind eingerichtet mit einem Bett, einem Schrank und einem Schreibtisch." Man kann es sich ein bisschen so vorstellen wie eine gute Jugendherberge.

Die Teilnehmer aus den einzelnen Länder sind zusammen untergebracht, meistens wohnen auch die Athleten einer Sportart dicht beieinander.

Das olympische Dorf ist auf dem Gelände einer Universität eingerichtet. Verena freut sich über die vielen Bäume, Palmen und Wiesen. "Alles hier ist sehr grün, wie im Paradies", sagt sie.

Weil das Gelände so groß ist, gibt es sogar Busverbindungen zwischen den einzelnen Bereichen. Zum Essen können die vielen Athleten in die Mensa gehen. "Das Essen dort ist gut und es gibt eine große Auswahl", erzählt Verena. Sie stört aber auch etwas: Es gebe jeden Tag die gleichen Mahlzeiten an den Ausgabestellen. "Ich fände es besser, wenn es nicht so viele verschiedene Speisen, dafür aber mehr Abwechslung gebe."

Abwechslung bietet dafür das Programm drum herum. In einem Teil des Dorfes können sich die Sportler zum Beispiel etwas über verschiedene Länder der Welt ansehen. Und Abends gibt es sogar Konzerte und Aufführungen.

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