Pilze, Moos und Wurzeln: Zu Besuch beim Krippenbauer

Holz und Baumpilze - all das braucht Wolfgang Mans, um seinem Beruf nachzugehen.

Das Jesuskind liegt in der Wiege, drum herum stehen Maria und Josef. So sieht es oft aus, wenn man einen Blick in eine Weihnachtskrippe wirft.

Jemand, der solche Krippen baut, ist Wolfgang Mans. Wir haben ihn in seiner Werkstatt besucht. Krippenbauer Mans steht in seiner kleinen Werkstatt zwischen Bergen von Holz und Baumpilzen - und vielen Maschinen. All das braucht der 54-Jährige für seinen Beruf.

Die Ideen und das Material dazu findet er aber nicht im Baumarkt. Sondern auf Wanderungen in den Bergen - zum Beispiel in Südtirol in Italien: „Da sehe ich dann einen alten Ast auf dem Boden und weiß sofort: Das wird eine Krippenwand“, erzählt der Mann, der in der Stadt Bonn im Bundesland Nordrhein-Westfalen lebt.

In seiner Werkstatt bastelt er dann aus dem Gehölz das spätere Häuschen. Dazu sägt er Pilze zurecht, feilt an Ästen und klebt Wurzeln fest. Manche Krippen bekommen sogar einen speziellen Anstrich - das nennt sich verputzen. Womit er das macht, will er aber nicht verraten. „Geheimrezept!“, sagt er.

Um die 50 Stunden kann die Arbeit an einer großen Krippe dauern. Dabei sieht längst nicht jede Krippe aus wie die andere: „Es gibt Allgäuer Krippen, Fränkische Krippen, Neapolitanische Krippen. Im Prinzip hat jede Region ihre eigene Krippenart, die den typischen Häusern dort nachempfunden ist“, erklärt der Krippenbauer.

Die Figürchen, die in jede Krippe rein gehören, baut er nicht selbst. Er besorgt sie. Manchmal ist es aber auch gar nicht nötig, dass er welche einkauft. Und zwar wenn Leute zu ihm kommen, die schon Figuren zu Hause haben. Sie beauftragen ihn dann, die passende Krippe für Maria, Josef und die anderen zu bauen.

Sein Interesse am Krippenbauen hat Wolfgang Mans vor knapp 15 Jahren im Urlaub entdeckt - und dann zu Hause angefangen zu basteln. Wer Spaß am Werkeln habe, solle es auch einfach mal versuchen, rät Wolfgang Mans: „Man muss nur mit offenen Augen durch die Natur gehen, passende Materialien findet man immer. Der Fantasie sind ja keine Grenzen gesetzt.“

Weihnachtskrippen: Aus der Kirche ins Wohnzimmer

Viele Familien stellen an Heiligabend unter ihren Weihnachtsbaum ein kleines Häuschen mit Holzfiguren: eine Weihnachtskrippe. Sie wollen damit etwa die Geburt von Jesus zeigen.

Die Idee ist uralt: Vor vielen Hundert Jahren soll der Heilige Franz von Assisi die Weihnachtsgeschichte unter anderem mit lebenden Tieren nachgestellt haben - darunter waren Ochse und Esel.

Vor über 400 Jahren stellten Kirchenmänner dann Weihnachtskrippen mit künstlichen Figuren auf. Diese Krippen gelten als Vorfahren der heutigen Krippen. „Damals war es gar nicht üblich, eine Krippe auch zu Hause aufzustellen“, erzählt Rudolf Knapstein. Er ist der Vorsitzende eines Krippenvereins und kennt sich gut mit der Geschichte der Häuschen aus. Mit der Zeit wurden die Krippen dann immer beliebter - und kamen auch in die Wohnstuben.

Wer viel Geld hatte, konnte sich eine Krippe mit vielen und reich verzierten Figuren leisten“, erklärt der Fachmann. „Und arme Leute haben sich die Figuren einfach aus Brotteig geknetet.“

Am tollsten findet der Experte, dass es so viele verschiedene Weihnachtskrippen gibt: „Es gibt Krippen aus Glas, Holz und Ton, klein wie eine Streichholzschachtel oder lebensgroß.“ Und wie steht's mit Krippen aus Lego? „Warum nicht? Es sollte am besten jeder seine eigene Krippe bauen!“, sagt Rudolf Knapstein.

Früher hatten auch manche Soldaten im Krieg eine Weihnachtskrippe dabei. „Die Krippen waren so klein, dass sie in einen Briefumschlag passten und einfach zusammengesteckt werden konnten“, erklärt Rudolf Knapstein. An Heiligabend wurde die Mini-Krippe dann aus dem Umschlag genommen und vorsichtig zusammengesetzt. Solch eine kleine Krippe spendete vielen Soldaten ein bisschen Trost und Hoffnung.

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