Muh oder Muuuuh: Was will die Kuh?

Gerhard Jahns versucht herauszufinden, was die Kühe wollen.

Kühe sind nicht sehr gesprächig. Sie kennen nur etwa zehn verschiedene Laute und Rufe. Mit denen teilen sie mit, dass sie zum Beispiel hungrig oder krank sind.

Das meint der Forscher Gerhard Jahns aus Wendeburg in Niedersachsen. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie man mit Hilfe eines Computers Tierstimmen erkennen kann.

Er entwickelte sogar ein Programm, das in etwa funktioniert wie ein Wörterbuch der Kuh-Sprache. Dafür sammelte er zuerst viele Rufe - zum Beispiel bei Besuchen in Kuhställen. Fast 700 Muhs nahm er auf. Daraus filterte er zehn Laute mit unterschiedlichen Bedeutungen heraus. Die sind nun gespeichert. Und neue Laute werden einfach vom Computer damit verglichen.

Bei Tests kam heraus: Hungrige und durstige Kühe hat das Programm immer richtig erkannt. Allerdings machten die Kühe keinen Unterschied zwischen Hunger und Durst. Auch kranke und hustende Tiere versteht das Programm fast immer, Tiere mit übervollem Euter etwas seltener.

Der Forscher findet das Programm praktisch. Wenn der Bauer genau weiß, was seine Kühe brauchen, dann kann er schnell darauf reagieren. Und die Kühe merkten nicht, dass ein System auf ihre Muhs hört.

Allerdings gibt es noch einige Haken. Das Programm deutet die Laute der Kühe nicht immer ganz richtig. Außerdem funktioniert es nicht so gut, wenn viel Krach im Stall ist. Und es muss noch klarer erkennen können, welche Rufe im Stall von welcher Kuh stammen.

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